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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Esoteric Lessons III
GA 266

9 November 1913, Nuremberg

Translated by Steiner Online Library

Esoteric Lesson

It is so difficult for esotericists to make progress today because they imagine the experiences they are supposed to have as being far too tumultuous. However, it is particularly important to pay attention to the most subtle processes.

Imagine you are walking in a lonely forest on a quiet evening. Every little sound will be audible: the falling of leaves, the approach of a sleigh, and so on. Now imagine the big city; in the noise of the streets you will not perceive anything like this, and yet all these quiet, subtle sounds are also present there.

In meditation, all kinds of things that have not reached the threshold of consciousness emerge from the subconscious. I often hear people complain that when they meditate, so many thoughts and images arise in them that they cannot control and cannot free themselves from. — But this can definitely be seen as progress in meditation. For as the astral body and the ego loosen their connection with the physical and etheric bodies during meditation, the esotericist comes to objectify his other self, as it were. He should attentively observe this soul-spiritual aspect of himself, which weaves and works without his intervention, in these processes.

From within, the esotericist is tempted by Lucifer, and from without by Ahriman.

An example: Let us assume that you live in a well-behaved, quiet family, but next door there are people who often read and tell stories about robbers. Even if you do not hear any of this with your physical ears, it is still imprinted on the etheric body and then emerges again during meditation. Another example: you witness a dog being run over. Whimpering and barking may occur in your own body as a result of witnessing such an accident. In other contexts, an entire witches' sabbath can arise during meditation. The meditator should not despair over this, but rather rejoice, since they can sense the connection and thereby learn to view themselves more and more objectively with everything that has previously influenced them.

It is like scanning your entire body during meditation. Here and there, feelings of pain will arise as a result of egoism and other things. This scanning begins above the head and then moves down the entire body in small sections.

You will also learn to draw conclusions about past experiences based on symptoms of illness. For example, a middle ear infection can indicate the strangest impressions that have previously taken place on the etheric body, for example by listening to pirate stories in one's youth without full consciousness, but which then had a very vivid effect.

If someone falls asleep during theosophical or similar contemplations, what they heard continues to have an effect on their etheric body, especially if they subsequently experience “remorse” or reproaches for having fallen asleep; this often has a very strong effect on the subconscious.

When reproaching oneself for still being so bad because ugly images keep rising during meditation and inner contemplation, we should find comfort in the words of the Gospel: He took our sins upon himself.

Esoterische Stunde

Es ist deswegen heute so schwer für den Esoteriker, Fortschritte zu machen, weil man sich die Erlebnisse, die man haben soll, viel zu tumultuarisch vorstellt. Es gilt aber vor allem, auf die subtilsten Vorgänge zu achten.

Man stelle sich vor, man ginge - etwa an einem stillen Abend - in einen einsamen Wald. Da wird jedes kleinste Geräusch vernehmbar sein: das Fallen der Blätter, das Herannahen eines Schlittens und so weiter. Und nun stelle man sich dagegen die Großstadt vor; in dem Lärm der Straßen wird man nichts dergleichen wahrnehmen, und doch sind alle diese stillen, feinen Geräusche auch dort vorhanden.

In der Meditation taucht aus dem Unterbewußtsein alles mögliche nicht bis zur Schwelle des Bewußtseins Gekommene herauf. So oft höre ich die Klagen: Es treten bei meinem Meditieren so viele Gedanken und Bilder in mir auf, deren ich nicht Herr werden kann, von denen ich mich nicht zu befreien vermag. — Dies kann man aber durchaus als Fortschritt in der Meditation ansehen. Denn indem sich beim Meditierenden Astralleib und Ich aus ihrer Verbindung mit dem physischen und Ätherleib lockern, kommt der Esoteriker dazu, seinen anderen Menschen gleichsam zu objektivieren. Dies, sein Seelisch-Geistiges, das da webt und wirkt ohne sein Zutun, soll er aufmerksam in diesen Vorgängen betrachten.

Von innen her naht dem Esoteriker die Versuchung Luzifers, von außen her die von Ahriman.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, man wohnte selbst in einer gesitteten, ruhigen Familie, aber Wand an Wand lebten Menschen, die sich oft Räubergeschichten vorlesen und erzählen. Selbst dann, wenn man dies alles mit den physischen Ohren gar nicht hörte, prägt es sich doch dem Ätherleib ein und tritt dann wieder hervor während der Meditation. - Ein anderes Beispiel: Man erlebt, wie ein Hund überfahren wird. Im eigenen Leib kann da Winseln und Bellen auftreten, sich auswirken nach dem Miterleben eines solchen Unfalles. Aus anderen Zusammenhängen heraus kann ein ganzer Hexensabbat sich einstellen bei der Meditation. Dann soll der Meditierende nicht hierüber verzweifeln, sondern er soll sich freuen, da er ja den Zusammenhang ahnen kann und dadurch lernt, sich immer besser objektiv zu betrachten mit alledem, was auf ihn zuvor eingewirkt hat.

Es ist wie ein Abtasten seines ganzen Körpers während der Meditation. Hie und da werden Schmerzgefühle auftreten als Folge des Egoismus und anderes mehr. Bei diesem Abtasten fängt man oberhalb des Kopfes an und geht dann in kleinen Partien den ganzen Körper herunter.

Man wird auch lernen, von Krankheitserscheinungen ausgehend, Rückschlüsse auf früher Erlebtes zu ziehen. So zum Beispiel kann eine Mittelohrentzündung schließen lassen auf die merkwürdigsten Eindrücke, die früher auf den Ätherleib stattgefunden haben etwa dadurch, daß man in der Jugend Räubergeschichten gehört hat ohne Vollbewußtsein, die dann aber doch auf das allerlebhafteste eingewirkt haben.

Wenn jemand einschläft bei theosophischen oder ähnlichen Betrachtungen, so wirkt das, was er hörte, nach in seinem Ätherleib, und dies besonders dann, wenn er aus diesem Eingeschlafensein sich hinterher «Gewissensbisse», Vorwürfe, macht; das wirkt im Unterbewußtsein oft sehr stark.

Bei Selbstvorwürfen: daß man noch immer so schlecht sei, weil immer wieder häßliche Bilder bei der Meditation und inneren Sammlung aufsteigen, da soll uns trösten das EvangelienWort: Er nahm auf sich unsere Schuld.