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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Esoteric Lessons III
GA 266

17 February 1920, Dornach

Translated by Steiner Online Library

Esoteric Lesson

It is necessary for us to know that we live in three areas, in three currents, namely in the physical world, where we perceive and process perceptions with our mind connected to the brain; then the world on the threshold, where the mind is no longer sufficient to explain experiences; and finally the world beyond the threshold, where one enters into relationship with spiritual beings. Humanity as such stands on the threshold.

Everything in nature and the external world around us is on this side of the threshold, but we may ask where we can find the experiences of the threshold revealed. These can be found in religious creeds of various kinds. In their cults, customs, and so on, they tell of that which cannot be grasped by the mind.

The experiences at the threshold have something confusing about them; but this is because everything that is brought from the sensory world loses its meaning there. Modern religious creeds, however, have no real religious impulses; therefore, they want to permeate everything with intelligence, which must fail there. Therefore, they cannot understand Christ as an extraterrestrial being, and especially the resurrection. When theologians speak of Jesus as is customary today, they actually deny that Christ rose from the dead, and only when one understands the events in Palestine as something that cannot be grasped by the intellect, something that can only be understood supersensually, does one cross the threshold.

The confusion that arises from the fact that everything that comes from the sensory world loses its meaning only ceases when the light from beyond the threshold falls into this confusion; but this is not possible without Christ. If we do not connect ourselves with Christ in such a way that we can say, “Not I, but Christ in me,” then we cannot even continue to live as human beings in the future.

The deity we call God the Father has given humanity the power to feel ourselves as an I, a continuous I through incarnations; but this power is exhausted, and the gods have determined that human beings must now continue their I out of themselves, out of their own free will, so that they can also feel themselves as I for further incarnations. Otherwise, we would run the danger mentioned last time, that people would become soulless, that the thread of the I would be severed. Christ came down from the spiritual world, died, and rose again to ensure that this would not happen to humanity. Meditation is given to us for this purpose.

An I gave me the divine
Humanity points me to Christ,
- Christ makes me human
the soul will be enlivened by the spirit.

Many secret societies know such truths, but they want to keep them for themselves. Therefore, such secret societies do not so much want to deny these truths as to win them for themselves, divert them from their current course, and present them to the world as originating from themselves. Nothing would be easier than to make spiritual science popular. I (Dr. Steiner) need only withdraw and spread the word that I have died, and the secret societies would soon help the truths of spiritual science to achieve a popularity that would strengthen their power. One should therefore not argue with the Jesuits, for example, who are now fighting so hard against spiritual science, in the same way that one might engage in a factual battle with other opponents. It cannot be a question of converting the Jesuit—of convincing him through arguments—and the refutations that are brought against him are actually very valuable to him, because they are the weapons he himself will one day use when he comes to defend the supersensible truths on his own behalf. At most, it can be a matter of trying to enlighten other people about the nature of the Jesuit attack, but not of refuting the Jesuit attack itself.

Addition by Helene Finckh:

The ego is actually only a shell; and it will become thinner and thinner; but Christ steps in for it; but Christ can only be found in humanity, not in individual human beings.

At the beginning and end of the lesson: O man, know thyself ...

Esoterische Stunde

Es ist notwendig, daß wir wissen, daß wir in drei Gebieten, in drei Strömungen leben, nämlich in der physischen Welt, wo wir wahrnehmen und die Wahrnehmungen mit unserem an das Gehirn gebundenen Verstand verarbeiten; dann die Welt an der Schwelle, wo der Verstand schon nicht mehr ausreicht, die Erfahrungen (Erlebnisse) zu erklären; und schließlich die Welt jenseits der Schwelle, wo man in Beziehung tritt zu geistigen Wesen. Die Menschheit als solche steht an der Schwelle.

Alles, was an Natur und Außenwelt um uns herum ist, ist diesseits der Schwelle, aber wir können fragen, wo wir die Erlebnisse der Schwelle geoffenbart finden können. Diese findet man nämlich in den religiösen Bekenntnissen der verschiedensten Art. Diese erzählen in ihren Kulten, Gebräuchen und so weiter von demjenigen, was nicht mit dem Verstande erfaßt werden kann.

Die Erlebnisse an der Schwelle haben etwas Verwirrendes; das ist aber so, weil all dasjenige, was aus der Sinneswelt mitgebracht wird, dort seinen Sinn verliert. Die modernen Religionsbekenntnisse haben aber keine wirklichen religiösen Impulse; daher wollen sie alles mit der Intelligenz durchdringen, die dort aber versagen muß. Daher können sie den Christus als außerirdisches Wesen und besonders die Auferstehung nicht verstehen. Wenn der Theologe von Jesus spricht, so wie es heute üblich ist, dann leugnet er eigentlich, daß der Christus auferstanden ist, und nur wenn man das Geschehen in Palästina auffaßt als etwas, was nicht mit dem Verstande begriffen wird, was man nur übersinnlich verstehen kann, kommt man jenseits der Schwelle.

Die Verwirrung, die dadurch entsteht, daß alles von der Sinneswelt Hergebrachte seinen Sinn verliert, hört erst auf, wenn das Licht von jenseits der Schwelle in diese Verwirrung hineinfällt; das ist aber nicht möglich ohne den Christus. Wenn wir uns nicht mit dem Christus so verbinden, daß wir sagen können: «Nicht ich, der Christus in mir», dann können wir in der Zukunft nicht einmal als Menschen weiterleben.

Die Gottheit, die wir den Vatergott nennen, hat der Menschheit die Kräfte gegeben, daß wir uns als ein Ich fühlen, ein kontinuierliches Ich durch die Inkarnationen; aber diese Kraft ist verbraucht, und die Götter haben bestimmt, daß der Mensch nun aus sich selbst, aus eigenem freien Willen sein Ich weiterführt, damit er sich für die weiteren Inkarnationen auch als Ich fühlen kann. Sonst gerät man in die Gefahr, von der das vorige Mal gesprochen wurde, daß die Menschen seelenlos werden, daß der Faden des Ich abreißt. Daß das in der Menschheit nicht stattfinden werde, dafür ist der Christus aus der geistigen Welt hernieder gekommen, durch den Tod gegangen und auferstanden. Dazu wird uns die Meditation gegeben.

Ein Ich gab mir das Göttliche
Die Menschheit weist mir Christus,
- der Christus macht mich zum Menschen
die Seele wird mir der Geist beleben.

Von solchen Wahrheiten wissen viele Geheimgesellschaften, aber sie wollen sie eben für sich behalten. Daher wollen solche Geheimgesellschaften diese Wahrheiten nicht so sehr ableugnen, als für sich gewinnen, sie von ihrem Strom ablenken und als von ihnen selbst herrührend in der Welt vertreten. Es wäre nichts leichter, als die Geisteswissenschaft populär zu machen. Ich (Dr. Steiner) brauchte mich nur zurückzuziehen und verbreiten zu lassen, ich sei gestorben, dann würden die Geheimgesellschaften den Wahrheiten der Geisteswissenschaft bald zu einer Popularität verhelfen, die ihre Macht stärken würde. Man soll daher zum Beispiel mit Jesuiten, von denen jetzt so gegen die Geisteswissenschaft angekämpft wird, nicht streiten, wie man mit anderen Gegnern einen sachlichen Kampf aufnehmen könnte. Es kann sich um die Bekehrung des Jesuiten - daß er durch Argumente überzeugt werden könnte - gar nicht handeln, und die Widerlegungen, die man bringt, sind ihm im Grunde genommen sehr wertvoll, denn das sind für ihn die Waffen, die er selber einmal gebrauchen will, wenn er die übersinnlichen Wahrheiten von sich aus vertreten wird. Es kann sich höchstens darum handeln, daß man versucht, andere Menschen über die Art des jesuitischen Angreifens aufzuklären, aber nicht um eine Widerlegung des jesuitischen Angriffs selber.

Ergänzung von Helene Finckh:

Das Ich sei eigentlich nur noch Hülle; und es wird immer dünner und dünner werden; aber Christus tritt ein dafür; Christus aber ist nur in der Menschheit zu finden, nicht beim einzelnen Menschen.

Zu Beginn und Schluß der Stunde: O Mensch, erkenne dich selbst ...