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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

Esoteric Lessons III
GA 266

Translated by Steiner Online Library

History of the Youth Circle I

The first call for the formation of an anthroposophical youth movement, dated March 17, 1920, was sent to Rudolf Steiner with the following accompanying letter by Robert Wolfgang Wallach:

Stuttgart, March 18, 1920

Dear Dr. Steiner!

After further revision, we have now completed the enclosed call and sent it to the young brothers and sisters of our movement. We very much hope that we have acted entirely in accordance with your wishes. We have further discussed the form and work of the “Youth Branch” and have come to a number of points that I would like to submit to you. We choose “patrons” from among the older recognized members of the Society who guide us spiritually, to whom we submit our actions and undertakings, and who vouch for us to the Society. There is no “executive committee” or anything similar. Wherever a working group is formed, we elect someone from among ourselves to act as a kind of working secretary. Requests for working groups to be held are submitted to him, and he selects a teacher from among the older members who is particularly suited to the subject area and asks him to take on the teaching role. This secretariat is then responsible for directing the work in the youth movements and universities in a free manner appropriate to the high goal. We are also considering circulars and, later, newsletters to be developed into a magazine for the individual working groups, and hope that we are acting in accordance with your wishes. As I have been called upon, dear Dr. Steiner, to inform you of our young aspirations, I feel compelled to tell you how infinitely indebted I am to you for my entire life, which I owe to you in the still short time that I have found myself with you, and which I will continue to owe you. and what prompts me to ask you to accept my wholehearted gratitude and deepest devotion. Yours, Robert Wolfgang Wallach.

Stuttgart, March 17, 1920.

To the youth of the anthroposophical movement!

For a long time now, and with increasing intensity, we have felt the need, especially in view of the intellectual aspirations of the present day, which are particularly evident among the younger generation, especially in the younger generation, we have felt the need to work out, express, and live the anthroposophical worldview as represented by Rudolf Steiner as a teacher in a way that corresponds to our lives, which were born into the inner and outer distress of our times. This urgent need for structure has now led us to the following decision, inspired by Rudolf Steiner himself, who encouraged us to establish a general youth branch:

We call upon all young people who feel connected to the anthroposophical movement, regardless of whether they are members of the Anthroposophical Society or not, to join us in forming such a youth branch.

In this group, we want to work among ourselves and with teachers of our own choosing in a way that is both our right and our sacred duty as young people at the dawn of a new era. The work should be completely free and individual, adapted to the local conditions.

Outwardly, we want to reach out especially to all circles of youth that have not yet been reached, in the conviction that they in particular hold the possibilities for the future within themselves; called to help raise the anthroposophical movement to its future world task, they need their own path to it, one that arises from their own nature. The only condition for admission to this youth branch shall be the pledge to devote oneself with all one's strength and dedication to the service of the movement.

Walter Scheidegger, Rudolf Geering, Basel;
Ehrenfried Pfeiffer, Dornach; Anton Burg, Karlsruhe;
Hans Erhard Lauer, Heidelberg; Luise Kieser, Heilbronn;
Else Koch, Leipzig; Otto Senn, Munich;
Elisabeth Baumann-Dollfus, Paul Baumann, Freie Waldorfschule Stuttgart;
Robert Wolfang Wallach, employee at the “Bund für Dreigliederung” (Threefold Social Order), Stuttgart.

The members of the “Youth Branch” will be registered as such at the Anthroposophical Society's office in Berlin.

We ask that the association be established in the various locations as soon as possible in accordance with the appeal and that notification, lists of names, and individual registrations be sent to the following address: Dr. R. W. Wallach, Stuttgart, Dobelstr. 4/11.

A circular letter with suggestions on the nature of the collaboration will follow shortly.

For Stuttgart, the merger took place on March 13, 1920.

Youth Branch: Stuttgart Group.

1. Aufruf zur Bildung eines «Jugend-Zweiges»

Der erste Aufruf zur Bildung einer anthroposophischen Jugendbewegung, vom 17. März 1920, wurde Rudolf Steiner mit folgendem Begleitbrief von Robert Wolfgang Wallach übermittelt:

Stuttgart am 18. März 1920

Sehr verehrter Herr Dr. Steiner!

Nach nochmaliger Überarbeitung haben wir nun den beigelegten Aufruf fertiggestellt und an die jugendlichen Brüder und Schwestern unserer Bewegung gesandt. Wir hoffen recht sehr, daß wir damit voll und ganz in Ihrem Sinne gehandelt haben. Über die Form und die Arbeit des «JugendZweiges» haben wir weiter beratschlagt und sind zu einigen Punkten gekommen, die ich Ihnen gern auch noch unterbreiten möchte. Wir wählen aus dem Kreise der älteren anerkannten Mitglieder der Gesellschaft uns «Patrone», die uns geistig leiten, denen wir unser Tun und Unternehmen unterbreiten, und die für uns bei der Gesellschaft bürgen. Einen «Vorstand» oder dergleichen gibt es nicht. Wir wählen an jedem Ort, wo eine Arbeitsgruppe entsteht, uns jemanden aus unsrer Mitte, der eine Art Arbeitssckretariat verwaltet. Es werden bei ihm die Wünsche über einen abzuhaltenden Arbeitskreis eingereicht, und er sucht hierfür aus den älteren Mitgliedern einen gerade für dieses Gebiet geeigneten Lehrer und bittet denselben zur Übernahme des Lehramtes. Dann soll von diesem Sekretariat aus die Arbeit in die Kreise der Jugendbewegungen und Hochschulen geleitet werden, in freier, nur dem hohen Ziel entsprechenden Art. Wir denken ferner an Rundschreiben und später zur Zeitschrift auszubauende Rundbriefe unter den einzelnen Arbeitsgruppen, und hoffen, daß wir damit ganz in Ihrem Einverständnisse handeln werden. Indem ich gerade berufen bin, sehr verehrter Herr Dr. Steiner, Ihnen von unserem jungen Wollen die Mitteilung [zu] machen, drängt es mich Ihnen zu sagen, welche Unendlichkeit, die mich für mein ganzes Leben Ihnen verpflichtet, ich in der doch noch kurzen Zeit meines mich zu Ihnen Gefunden-Habens verdanke und noch zu verdanken haben werde, und was mich Sie bitten läßt meine ganze Dankbarkeit und tiefste Ergebenheit anzunehmen. Ihr Robert Wolfgang Wallach.

Stuttgart, den 17. März 1920.

An die Jugend der anthroposophischen Bewegung!

Schon lange und immer lebhafter haben wir in uns das Bedürfnis und beim Hinblick auf manche, besonders in der jüngeren Generation lebenden, geistigen Bestrebungen der Gegenwart die Notwendigkeit empfunden, die anthroposophische Weltanschauung, wie sie Rudolf Steiner als Lehrer vertritt, uns zu erarbeiten, auszusprechen und darzuleben in der Art, die unserem in die innere und äußere Not der Zeit hineingeborenen Leben entspricht. Dieses nach Gestaltung drängende Bedürfnis hat nunmehr die Anregung, die uns Rudolf Steiner selbst zur Gründung eines allgemeinen Jugend-Zweiges gegeben hat, zu folgendem Entschlusse reifen lassen:

Wir rufen alle Jugendlichen, die sich der anthroposophischen Bewegung angehörig fühlen, gleichgültig, ob sie Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft sind oder nicht, auf, sich mit uns zu einem solchen Jugendzweige zusammenzuschließen.

In diesem wollen wir unter uns und mit selbstgewählten Lehrern in solcher Art arbeiten, wie es unsere Jugend in der Morgendämmerung einer neuen Zeit uns zum Recht zugleich und zur heiligen Pflicht macht. Im einzelnen soll sich die Arbeit völlig frei individuell und den jeweiligen örtlichen Verhältnissen angepaßt gestalten.

Nach außen wollen wir besonders in alle Kreise der Jugend, die bisher nicht erreicht wurden, hineinwirken in der Überzeugung, daß gerade sie für die Zukunft Lebensmöglichkeiten in sich tragen; mitberufen, die anthroposophische Bewegung zu ihrer zukünftigen Weltaufgabe emporzuheben, bedürfen sie eines eigenen, aus ihrem Wesen sich ergebenden Weges zu ihr hin. Einzige Aufnahmebedingung in diesen Jugendzweig soll das Gelöbnis sein, sich mit ganzer Kraft und Hingebung in den Dienst der Bewegung zu stellen.

Walter Scheidegger, Rudolf Geering, Basel;
Ehrenfried Pfeiffer, Dornach; Anton Burg, Karlsruhe;
Hans Erhard Lauer, Heidelberg; Luise Kieser, Heilbronn;
Else Koch, Leipzig; Otto Senn, München;
Elisabeth Baumann-Dollfus, Paul Baumann, Freie Waldorfschule Stuttgart;
Robert Wolfang Wallach, Angestellter am «Bund für Dreigliederung», Stuttgart.

Die Mitglieder des «Jugendzweiges» werden als solche der Geschäftsstelle der Anthroposophischen Gesellschaft in Berlin gemeldet.

Wir bitten den Zusammenschluß an den verschiedenen Orten im Sinne des Aufrufes bald zu bewirken und Mitteilung, Namenslisten und Einzelanmeldungen hierher gelangen zu lassen, unter der Anschrift: Dr. R. W. Wallach, Stuttgart, Dobelstr. 4/11.

Ein Rundschreiben mit Vorschlägen über die Art der Zusammenarbeit wird in Kürze folgen.

Für Stuttgart ist der Zusammenschluß am 13. März 1920 erfolgt.

Jugendzweig: Gruppe Stuttgart.