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Anthroposophical Guiding Principles
GA 26

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Etwas von der Stimmung, Die in den Zweigversammlungen Sein Sollte

Something of the Atmosphere That Should Prevail in Branch Meetings

[ 1 ] Die Betrachtungsart gegenüber dem Menschen, von der das letzte Mal hier gesprochen worden ist, führt zu einer sachgemäßen Anerkennung von der Wirksamkeit des Geistig-Seelischen in der physischen und ätherischen Menschenwesenheit. Hat man begriffen, daß das sinnenfällig Anschauliche am Menschen Bild ist, so erfaßt man auch leicht, daß in dem Bilde anderes wirkt als dasjenige, was in ihm an Stoffartigem enthalten ist. Man wird sich aber auch mit einer ganz anderen Seelen-Einstellung dem gegenüber verhalten, dessen Bildwesenheit man | anerkennt, als einem solchen gegenüber, das man nur in seiner eigenen stoffartigen Beschaffenheit ins Auge faßt.

[ 1 ] The way of looking at human beings that was discussed here last time leads to a proper recognition of the effectiveness of the spiritual and soul aspects in the physical and etheric human being. Once we have understood that the sensory aspects of human beings are images, it is easy to grasp that something other than the material elements contained within them is at work in these images. However, we will also respond with a completely different attitude of mind to something whose image we recognize than to something we perceive only in terms of its material nature.

[ 2 ] Und in dieser anderen Seelen-Einstellung liegt etwas Aufweckendes. Empfindet man ganz lebhaft, wie man sich in einer solchen Einstellung innerlich verhält, wie man gestimmt ist, so fühlt man das Aufwachen von Seelenkräften, die im gewöhnlichen Leben schlummern. Und darauf kommt viel an, daß derjenige, der Anthroposophie aufnimmt, an diesem Aufnehmen schon empfindet: in der Menschenseele schlummern noch andere Erkenntniskräfte, als die sind, die er vor seinem Herantreten an die Anthroposophie anerkannt hat.

[ 2 ] And there is something awakening in this different attitude of the soul. If one feels very vividly how one behaves inwardly in such an attitude, how one is disposed, one feels the awakening of soul forces that lie dormant in ordinary life. And it is very important that those who take up anthroposophy already feel, in the process of taking it up, that there are other powers of knowledge slumbering in the human soul than those they recognized before approaching anthroposophy.

[ 3 ] Weiß man, man hat ein Bild vor sich, so stellt man das Erkennen auf das Nicht-Sinnenfällige ein. Man wird dadurch von diesem NichtSinnenfälligen ergriffen, wie man im Wahrnehmungsleben von dem Sinnenfälligen ergriffen wird.

[ 3 ] When you know you have an image before you, you adjust your perception to what is not immediately apparent to the senses. You are then seized by what is not immediately apparent to the senses, just as you are seized by what is immediately apparent to the senses in your everyday perception.

[ 4 ] Wenn die vortragend tätigen Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in den Zweigversammlungen die Aufmerksamkeit für solche Dinge wachrufen, so wird dadurch zu dem anthroposophischen Lehren anthroposophische Stimmung kommen.

[ 4 ] When the lecturing members of the Anthroposophical Society draw attention to such things in the branch meetings, this will bring an anthroposophical mood to the anthroposophical teachings.

[ 5 ] Und diese sachgemäß hervorgerufene Stimmung wird erst den Zweigversammlungen den Geist geben, der in ihnen walten soll. Der Teilnehmer wird dann fühlen, daß Anthroposophie nicht bloß eine theoretische Mitteilung über das Geistige enthält, sondern daß sie ein in sich Kraftvolles, Wesenhaftes ist, das zum Erleben des Geistigen hinüberführt.

[ 5 ] And this appropriately evoked mood will give the branch meetings the spirit that should prevail in them. Participants will then feel that anthroposophy does not merely contain theoretical information about the spiritual, but that it is something powerful and essential in itself, which leads to the experience of the spiritual.

[ 6 ] In jeder sachgemäßen Art sollte von den tätigen Mitgliedern bedacht werden, wie dieses Erleben des Geistigen in der anthroposophischen Arbeit erreicht werden kann.

[ 6 ] In every appropriate way, active members should consider how this experience of the spiritual can be achieved in anthroposophical work.

[ 7 ] Denn nur auf diese Art kann in denen, die Anthroposophie aufnehmen, ohne selbst im Geistigen forschen zu können, das Gefühl überwunden werden, daß sie nur theoretisch sich mitteilen lassen, was andere, die es zum Forschen gebracht haben, erleben. In der rechten Mitteilung des im Geiste Erlebten liegt ein Mit-Erleben-Lassen des Mitgeteilten.

[ 7 ] For only in this way can those who take in anthroposophy without being able to research the spiritual themselves overcome the feeling that they are only being told theoretically what others who have done the research have experienced. The right way to communicate spiritual experiences is to allow others to share in what is being communicated.

[ 8 ] Herrscht dieser Geist des Mit-Erleben-Lassens in den Zweigversammlungen, so vertreibt er alles auf unberechtigtes Autoritätsgefühl gebaute Wesen. Die Gegner der Anthroposophie wenden gegen diese fortwährend ein, daß sich die Anthroposophen zu dem, was ihnen mitgeteilt wird, nur auf dieses Autoritätsgefühl hin bekennen. Wenn in der Gesellschaft Anthroposophie im rechten Geiste getrieben wird, so verliert diese Einwendung jeden Sinn. Denn die Teilnehmer an unsern Versammlungen fühlen dann gar nicht so, daß sie sagen können, sie erkennen dieses oder jenes an, weil dieser oder jener es gesagt hat; denn sie lernen wissen, daß in dem eigenen Innern die Zustimmung nicht erzwungen wird, sondern. daß sich diese im selbstverständlichen Erleben einstellt.

[ 8 ] If this spirit of sharing experiences prevails in the branch meetings, it dispels everything that is based on an unjustified sense of authority. Opponents of anthroposophy continually object that anthroposophists profess their belief in what is communicated to them solely on the basis of this sense of authority. If anthroposophy is practiced in the right spirit within the society, this objection loses all meaning. For those who participate in our meetings do not feel that they can say they accept this or that because this or that person has said so; they learn to know that agreement is not forced upon them from within, but arises naturally from their own experience.

[ 9 ] Man erlebt doch auch, wenn man einem gutgesinnten Menschen gegenübertritt, dessen innere Gütigkeit nicht deshalb, weil eine Autorität dazu anleitet, die Gütigkeit als wohltuend zu empfinden, sondern weil sich die Seele unmittelbar von der gütigen Art wohltuend berührt fühlt. So kann man die Wahrheit der Anthroposophie an der Art ihres Mitteilens, an ihrem eigenen Wesen gewahr werden.

[ 9 ] When we meet a well-meaning person, we experience their inner kindness not because an authority instructs us to perceive kindness as beneficial, but because our soul feels directly touched by their kind nature. In this way, one can become aware of the truth of anthroposophy through the way it is communicated, through its very essence.

[ 10 ] Daß die Anthroposophie so wirken kann, dazu sollten die Zweigleiter das Notwendige tun. Nicht durch dieHervorrufung des Gefühles: da werden Dinge vorgebracht, die geheimnisvoll sind, soll der esoterische Charakter der anthroposophischen Versammlungen bedingt sein. Esoterik beruht auf dem charakterisierten Verinnerlichen in der Mitteilung von Wahrheiten. Man sollte in dieser Verinnerlichung etwas von dem Impuls sehen, den die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft hat bringen wollen. In dem unaufhörlichen WachErhalten dieser Absicht und dieses Wollens von der Weihnachtstagung her wird der Segen liegen können, den diese Tagung gehabt hat und den sie weiter wird über die anthroposophische Bewegung ausgießen können.

[ 10 ] Branch leaders should do what is necessary to enable anthroposophy to have this effect. Not by evoking the feeling that things are being presented that are mysterious, for that would condition the esoteric character of anthroposophical gatherings. Esotericism is based on the characterized internalization in the communication of truths. This internalization should be seen as part of the impulse that the Christmas Conference sought to bring into the Anthroposophical Society. The blessing that this conference has had and will continue to pour out over the anthroposophical movement will lie in the constant preservation of this intention and this will from the Christmas Conference.



Weitere Leitsätze, die für die Anthroposophische Gesellschaft vom Goetheanum ausgesendet werden

Further Leading Thoughts issued from the Goetheanum for the Anthroposophical Society

[ 18 ] 41. Durch den dritten Leitsatz der vorigen Gruppe wird auf das Wesen des menschlichen Willens hingewiesen. Erst wenn man dieses Wesen gewahr geworden ist, steht man mit seinem Begreifen in einer Weltsphäre darinnen, in der das Schicksal (Karma) wirkt. Solange man nur die Gesetzmäßigkeiterblickt, die im Zusammenhange der Naturdinge und Naturtatsachen herrscht, bleibt man dem ganz fern, das im Schicksal gesetzmäßig wirkt.

[ 18 ] 41. In the third of the last Leading Thoughts, we pointed to the nature of the human Will. Only when this is realised, do we enter with understanding into a sphere of the world where Destiny or Karma works. So long as we perceive only that system of law which holds sway in the relations of the things and facts of Nature, our understanding is entirely remote from the laws that work in Destiny.

[ 19 ] 42. In einem solchen Erfassen der Gesetzmäßigkeit im Schicksal offenbart sich auch, daß sich dieses durch den Gang des einzelnen physischen Erdenlebens nicht zum Dasein bringen kann. Solange der Mensch in demselben physischen Leibe lebt, kann er den moralischen Inhalt seines Willens nur so zur Wirklichkeit werden lassen, wie es dieser physische Leib innerhalb der physischen Welt gestattet. Erst, wenn der Mensch durch die Todespforte in die Geistessphäre eingezogen ist, kann die Geistwesenheit des Willens zur vollen Wirklichkeit gelangen. Da wird das Gute in seinen ihm entsprechenden Ergebnissen, das Schlechte in den seinigen, zunächst zur geistigen Verwirklichung kommen.

[ 19 ] 42. When the law in Destiny is thus perceived, it is revealed at the same time that Destiny cannot come into existence in the course of a single physical life on Earth. So long as he inhabits the same physical body, man can realise only the moral content of his Will in the way that this particular physical body, within the physical world, allows. Only when he has passed through the gate of death into the sphere of the Spirit, can the Spirit-nature of the Will come to full effect. Then will the Good and the Evil be severally realised—a spiritual realisation to begin with—in their corresponding outcome.

[ 20 ] 43. In dieser geistigen Verwirklichung gestaltet sich der Mensch selber zwischen dem Tode und einer neuen Geburt; er wird wesenhaft ein Abbild dessen, was er im Erdenleben getan hat. Aus diesem seinem Wesenhaften heraus gestaltet er dann beim Wieder-Betreten der Erde sein physisches Leben. Das Geistige, das im Schicksal waltet, kann im Physischen nur seine Verwirklichung finden, wenn seine entsprechende Verursachung vor dieser Verwirklichung sich in das geistige Gebiet zurückgezogen hat. Denn aus dem Geistigen heraus, nicht in der Folge der physischen Erscheinungen gestaltet sich, was sich als schicksalsgemäß auslebt.

[ 20 ] 43. In this spiritual realisation man fashions and forms himself between death and a new birth. He becomes in being an image of what he did during his earthly life; and out of this his being, on his subsequent return to Earth, he forms his physical life. The Spiritual that works and weaves in Destiny can only find realisation in the Physical if its corresponding cause withdrew, before this realisation, into the spiritual realm. For all that emerges in our life by way of Destiny proceeds out of the Spiritual; nor does it ever take shape within the sequence of physical phenomena.