Natur- und Geistwesen
ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt
GA 98
24 Februar 1908, Hanover
18. Über Wesenheiten, die den menschen Beeinflussen
[ 1 ] Es gibt eine Menge Wesenheiten, welche ihre Wirksamkeit aus der Ferne bis auf unsere physische Erde erstrecken, gleich als hätten sie unendlich lange Fangarme.
[ 2 ] Der Hellsehende trifft auf dem Astralplan eine große Anzahl Wesen, welche Gruppenseelen sind, deren Wirkungen gleich Passatwinden rings um die Erde gehen.
[ 3 ] Längs des Rückenmarks der Tiere läuft ein Glimmerlicht, dessen Strom mit der Gruppenseele in Verbindung steht. Geistige Wesen durchdringen einander.
[ 4 ] Für die geistige Anschauung ist es nicht verwunderlich, daß sich die Gruppenseelen der Pflanzen im Mittelpunkt der Erde befinden. Durch seinen Ätherkörper ist der Mensch auch mit dem Mittelpunkt der Erde verbunden.
[ 5 ] Obgleich die Pflanzen nur einen Ätherkörper haben, so spielt das Glimmerlicht des Astralen um die Knospe und Blüte. Der Ätherleib hat das Prinzip der Wiederholung, er würde ewig nur Blätter treiben. Dieser Einfluß wird durch den Astralleib unterbrochen, welcher die Veränderungen hervorbringt. Überall, wo wir Haare besitzen, herrscht der Ätherleib vor.
[ 6 ] Die Gruppenseelen der Tiere sind derartig, daß man sich mit ihnen verständigen kann, und die höchsten besitzen Eigenschaften, die zum Teil höher sind als die von niedrig gearteten menschlichen Individualitäten.
[ 7 ] Auf das menschliche Blut haben andere Wesenheiten Einfluß als auf die Lymphe, welche ein Saft ist, gleich den weißen Blutkörperchen. Andere wirken auf den Nahrungssaft, den Chylus, andere auf die Sinnesorgane.
[ 8 ] Die Chyluskräfte geben zum Beispiel die fetthaltigen Substanzen aus dem Speisebrei an das Blut, die eiweißhaltigen an die Lymphe. Von der Tätigkeit der geistigen Wesenheiten, welche diese Kräfte regeln, hängt die geistige und körperliche Gesundheit ab.
[ 9 ] Die Mondwesen haben einen feinen physischen Leib und ähneln in der Gestalt sechs- bis siebenjährigen Kindern, ihr Tun ist uns meist schädlich, doch handeln diese Pygmäen unbewußt. Sie sind bekannt als Brüller, ihre Töne hört man weit über den Mond hinaus; zur Vollmondzeit ist ihre Tätigkeit am stärksten. Die Nähe von Irrenhäusern zieht sie besonders stark an, sowie spiritistische Medien.
[ 10 ] Wären die Menschen Herren ihres Blutes, wie es der Fall sein müßte und wozu sie berufen sind, so könnten ihnen die Mondwesen nichts anhaben.
[ 11 ] Auf der Venus haben Wesen ihr Heim, deren gedankenvolle Sprache auf hohe Logik weist, ihr Antlitz spiegelt hohe Moral; doch gibt es daselbst auch welche mit Raubtiergelüsten und allen möglichen Zwischenstufen von sanft zu wild. Wenn die Erdbewohner das Christentum aufgenommen haben werden und in immer weiteren Kreisen ein einiges Bruderband die Erde umspannt, dann nähern sie sich den Venuswesen. Diese wirken auf unsere Nahrungssäfte. Essen ist nicht nur chemische Produktion, sondern es zieht zugleich geistige Kraft durch die Kehle hindurch. Es spiegelt das Wirken dieser geheimnisvollen Wesen und Kräfte wider, wie sie die Pflanzen beeinflussen; jede Pflanze gedeiht nur unter besonderen Bedingungen, so daß sich nach dem Grund und Boden besondere menschliche Typen, Gemeinschaften und Völker bilden können.
[ 12 ] Mit den Sinneseindrücken erhalten wir stets geistige Eindrücke, durch den Ton geistige Ströme, sowie durch das Bild. Durch den Geruch strömen in heftigster Weise die Taten geistiger Wesenheiten durch unsere Sinne. Ihr Aufenthalt ist im Oberdevachan.
[ 13 ] Durch die Geschichte kann bewiesen werden, welche wichtige Rolle der Geruch spielt, welche Intrigen durch ihn gesponnen wurden. Moschus und Patschuli zum Beispiel sind dem Menschen schädliche Gerüche. Ihre physische Leiblichkeit haben diese Wesen auf dem Saturn. Es fehlt ihnen das Denken in unserem Sinne durch das Gehirn, doch sind sie geborene Erfinder. Sie lieben den Fortschritt und kehren auf ihrem Wohnort alles fortwährend um. Unsere Konservativen würden einen heillosen Schrecken vor ihnen haben. Die Menschen, welche Schlagfertigkeit und Geistesgegenwart besitzen, haben etwas von ihrem Wesen.
[ 14 ] Es ist durchaus nicht gleichgültig, mit welchen Gerüchen wir uns umgeben und welche wir lieben. Es gehört in das Gebiet der schwarzen Magie, was durch schädliche Gerüche angezettelt wird. Es gilt, die guten Gerüche zu pflegen.
[ 15 ] Der Mensch ist den Einflüssen der vielen Kräfte preisgegeben und ist ihnen gegenüber so blind wie ein Maulwurf. Er wird immer nur einen Teil der Wirklichkeit gewahr, doch diese Wirklichkeit geht uns an, wir müssen kräftige Impulse haben, wie wir fortkommen aus dem Bereiche schädlicher Dämonen.
[ 16 ] Der Mensch gleicht dem Regenbogen mit seinen sieben Farben. Eigentlich ist der physische Körper eine optische Täuschung. Es ist ein Zusammenschluß geistiger Wirksamkeiten, welche sich tausendfach in ihm kreuzen und die mannigfachsten Wirkungen hervorbringen.
[ 17 ] 12. Schnittpunkte sind der Physische Körper
[ 18 ] Wenn die Sonne verschwindet, ist der Regenbogen hinweg; ziehen sich die geistigen Kräfte zurück, so ist der Mensch tot.
[ 19 ] Die Wirklichkeit ist in den geistigen Tatsachen zu suchen, diese haben wahre Realität. Das, was wir sehen, ist die Offenbarung der geistigen Tätigkeit.
[ 20 ] Das ganze Gewicht der Tatsachen soll uns veranlassen, die guten Wesen wirken zu lassen, die dämonischen zu vertreiben.
[ 21 ] Wir haben es mit vier Wesenheiten zu tun, welche einwirken auf das Ich durch das Blut, die Lymphe, im Chylus durch die Nahrungssäfte, und durch die Sinnesströmungen.
[ 22 ] Um uns gegen die Gewalten des Mondes, die uns schaden, zu schützen, müssen wir vor allen Dingen nach Unabhängigkeitsgesinnung streben. Freie innere Seelenkräfte wirken reinigend auf das Blut, dadurch können uns die Mondenwesen nichts anhaben.
[ 23 ] Den auf die Lymphe wirkenden Marskräften kommen wir im Guten entgegen durch klare Gedanken.
[ 24 ] Die Krankheiten können ein Ausfluß unkontrollierter gehässiger Denkweise sein. Durch solche Gedanken schadet der Mensch seiner Mitwelt, durch klare Gedanken fördert der Mensch die allgemeine Gesundheit, deshalb ist es von größter Wichtigkeit, uns immer zu sammeln und uns an guten klaren Gedanken zu üben.
[ 25 ] Edle Gefühle sollen uns gegenüber den Venuswesen beseelen, die auf den Chylussaft Wirkung haben, und lautere Absichten bestimmen die Sinnes-Nerven-Strömungen, auf die die Saturnbewohner Einfluß haben. - Ehrlichkeit im Denken, Zuhören in der Gesinnung hält üble Einflüsse ab.
[ 26 ] Die Mondwesen wirken instinktiv. Die Marswesen gradweise bewußt. Die Venuswesen eminent hochgeistig, die schlechten dagegen unbewußst.
[ 27 ] Der Mensch beeinflußt bewußt und unbewußt alle anderen Wesen. Wir müssen streben, immer bewußter zu werden, so können wir Sterne aufleuchten lassen. So leuchtete der Stern zu Bethlehem auf, als sich die mächtige Individualität des Jesus bewußt verkörperte. Es ist ein kosmisches Ereignis, wenn solche hohe Menschen geboren werden. Die Eingeweihten wissen, daß bei einer besonderen Zusammensetzung des Wortes «Jahve» Welten einstürzen können. -— Der Mensch würde nicht so stark werden, wenn er nicht das Böse überwinden müßte.
