Anthroposophical Guiding Principles
GA 26
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Anthroposophical Guiding Principles, tr. SOL
14. Etwas von der Stimmung, Die in den Zweigversammlungen Sein Sollte
14. Something of the Atmosphere That Should Prevail in Branch Meetings
[ 1 ] Die Betrachtungsart gegenüber dem Menschen, von der das letzte Mal hier gesprochen worden ist, führt zu einer sachgemäßen Anerkennung von der Wirksamkeit des Geistig-Seelischen in der physischen und ätherischen Menschenwesenheit. Hat man begriffen, daß das sinnenfällig Anschauliche am Menschen Bild ist, so erfaßt man auch leicht, daß in dem Bilde anderes wirkt als dasjenige, was in ihm an Stoffartigem enthalten ist. Man wird sich aber auch mit einer ganz anderen Seelen-Einstellung dem gegenüber verhalten, dessen Bildwesenheit man | anerkennt, als einem solchen gegenüber, das man nur in seiner eigenen stoffartigen Beschaffenheit ins Auge faßt.
[ 1 ] The way of looking at human beings that was discussed here last time leads to a proper recognition of the effectiveness of the spiritual-soul in the physical and etheric human being. Once one has understood that what is perceptible in human beings is an image, it is easy to grasp that something other than what is contained in their material nature is at work in that image. However, one will also behave in a completely different way toward someone whose image one recognizes than toward someone whom one perceives only in terms of their material nature.
[ 2 ] Und in dieser anderen Seelen-Einstellung liegt etwas Aufweckendes. Empfindet man ganz lebhaft, wie man sich in einer solchen Einstellung innerlich verhält, wie man gestimmt ist, so fühlt man das Aufwachen von Seelenkräften, die im gewöhnlichen Leben schlummern. Und darauf kommt viel an, daß derjenige, der Anthroposophie aufnimmt, an diesem Aufnehmen schon empfindet: in der Menschenseele schlummern noch andere Erkenntniskräfte, als die sind, die er vor seinem Herantreten an die Anthroposophie anerkannt hat.
[ 2 ] And there is something awakening in this different attitude of the soul. If one feels very vividly how one behaves inwardly in such an attitude, how one is disposed, one feels the awakening of soul forces that lie dormant in ordinary life. And it is very important that those who take up anthroposophy already feel, in this taking up, that there are other powers of knowledge slumbering in the human soul than those they recognized before approaching anthroposophy.
[ 3 ] Weiß man, man hat ein Bild vor sich, so stellt man das Erkennen auf das Nicht-Sinnenfällige ein. Man wird dadurch von diesem NichtSinnenfälligen ergriffen, wie man im Wahrnehmungsleben von dem Sinnenfälligen ergriffen wird.
[ 3 ] When you know you have an image before you, you adjust your perception to what is not immediately apparent to the senses. You are then seized by what is not immediately apparent to the senses, just as you are seized by what is immediately apparent to the senses in your everyday perception.
[ 4 ] Wenn die vortragend tätigen Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in den Zweigversammlungen die Aufmerksamkeit für solche Dinge wachrufen, so wird dadurch zu dem anthroposophischen Lehren anthroposophische Stimmung kommen.
[ 4 ] When the lecturing members of the Anthroposophical Society draw attention to such things in the branch meetings, this will bring an anthroposophical mood to the anthroposophical teachings.
[ 5 ] Und diese sachgemäß hervorgerufene Stimmung wird erst den Zweigversammlungen den Geist geben, der in ihnen walten soll. Der Teilnehmer wird dann fühlen, daß Anthroposophie nicht bloß eine theoretische Mitteilung über das Geistige enthält, sondern daß sie ein in sich Kraftvolles, Wesenhaftes ist, das zum Erleben des Geistigen hinüberführt.
[ 5 ] And this appropriately evoked mood will give the branch meetings the spirit that should prevail in them. Participants will then feel that anthroposophy is not merely a theoretical communication about the spiritual, but that it is something powerful and essential in itself, which leads to the experience of the spiritual.
[ 6 ] In jeder sachgemäßen Art sollte von den tätigen Mitgliedern bedacht werden, wie dieses Erleben des Geistigen in der anthroposophischen Arbeit erreicht werden kann.
[ 6 ] In every appropriate way, active members should consider how this experience of the spiritual can be achieved in anthroposophical work.
[ 7 ] Denn nur auf diese Art kann in denen, die Anthroposophie aufnehmen, ohne selbst im Geistigen forschen zu können, das Gefühl überwunden werden, daß sie nur theoretisch sich mitteilen lassen, was andere, die es zum Forschen gebracht haben, erleben. In der rechten Mitteilung des im Geiste Erlebten liegt ein Mit-Erleben-Lassen des Mitgeteilten.
[ 7 ] For only in this way can those who accept anthroposophy without being able to research the spiritual themselves overcome the feeling that they are only being told theoretically what others who have done the research have experienced. The right way to communicate what has been experienced in the spirit is to let others share in the experience of what is being communicated.
[ 8 ] Herrscht dieser Geist des Mit-Erleben-Lassens in den Zweigversammlungen, so vertreibt er alles auf unberechtigtes Autoritätsgefühl gebaute Wesen. Die Gegner der Anthroposophie wenden gegen diese fortwährend ein, daß sich die Anthroposophen zu dem, was ihnen mitgeteilt wird, nur auf dieses Autoritätsgefühl hin bekennen. Wenn in der Gesellschaft Anthroposophie im rechten Geiste getrieben wird, so verliert diese Einwendung jeden Sinn. Denn die Teilnehmer an unsern Versammlungen fühlen dann gar nicht so, daß sie sagen können, sie erkennen dieses oder jenes an, weil dieser oder jener es gesagt hat; denn sie lernen wissen, daß in dem eigenen Innern die Zustimmung nicht erzwungen wird, sondern. daß sich diese im selbstverständlichen Erleben einstellt.
[ 8 ] If this spirit of sharing experiences prevails in the branch meetings, it dispels everything based on an unjustified sense of authority. Opponents of anthroposophy constantly argue that anthroposophists only profess what is communicated to them on the basis of this sense of authority. If anthroposophy is practiced in the right spirit within the society, this objection loses all meaning. For then the participants in our meetings do not feel that they can say they accept this or that because this or that person has said so; for they learn to know that agreement is not forced upon them from within, but arises naturally from their own experience.
[ 9 ] Man erlebt doch auch, wenn man einem gutgesinnten Menschen gegenübertritt, dessen innere Gütigkeit nicht deshalb, weil eine Autorität dazu anleitet, die Gütigkeit als wohltuend zu empfinden, sondern weil sich die Seele unmittelbar von der gütigen Art wohltuend berührt fühlt. So kann man die Wahrheit der Anthroposophie an der Art ihres Mitteilens, an ihrem eigenen Wesen gewahr werden.
[ 9 ] When we encounter a well-meaning person, we experience their inner kindness not because an authority instructs us to perceive kindness as beneficial, but because our soul feels directly touched by their kind nature. In the same way, we can become aware of the truth of anthroposophy through the way it is communicated, through its very essence.
[ 10 ] Daß die Anthroposophie so wirken kann, dazu sollten die Zweigleiter das Notwendige tun. Nicht durch dieHervorrufung des Gefühles: da werden Dinge vorgebracht, die geheimnisvoll sind, soll der esoterische Charakter der anthroposophischen Versammlungen bedingt sein. Esoterik beruht auf dem charakterisierten Verinnerlichen in der Mitteilung von Wahrheiten. Man sollte in dieser Verinnerlichung etwas von dem Impuls sehen, den die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft hat bringen wollen. In dem unaufhörlichen WachErhalten dieser Absicht und dieses Wollens von der Weihnachtstagung her wird der Segen liegen können, den diese Tagung gehabt hat und den sie weiter wird über die anthroposophische Bewegung ausgießen können.
[ 10 ] Branch leaders should do what is necessary to enable anthroposophy to have this effect. The esoteric character of anthroposophical gatherings should not be conditioned by evoking the feeling that mysterious things are being presented. Esotericism is based on the characteristic internalization of truths in communication. This internalization should be seen as part of the impulse that the Christmas Conference sought to bring into the Anthroposophical Society. The blessing that this conference has had, and which it will continue to pour out over the anthroposophical movement, will lie in the constant preservation of this intention and this will from the Christmas Conference.
Weitere Leitsätze, die für die Anthroposophische Gesellschaft vom Goetheanum ausgesendet werden
Further Leading Thoughts issued from the Goetheanum for the Anthroposophical Society
[ 11 ] 26. Erst nach Ablegung des Astralleibes, nach der vollendeten Lebensbeurteilung, tritt der Mensch in die geistige Welt ein. In dieser steht er zu Wesenheiten rein geistiger Art in einer solchen Beziehung wie auf der Erde zu den Wesenheiten und Vorgängen der Naturreiche. Es wird im geistigen Erleben dann alles, was im Erdenleben Außenwelt war, zur Innenwelt. Der Mensch nimmt dann nicht bloß diese Außenwelt wahr, sondern er erlebt sie in ihrer Geistigkeit, die ihm auf Erden verborgen war, als seine Innenwelt.
[ 11 ] 26. Only when the astral body has been laid aside—when the judgement of his life is over—man enters the spiritual world. There he stands in like relation to Beings of purely spiritual character as on Earth to the beings and processes of the Nature-kingdoms. In spiritual experience, everything that was his outer world on Earth now becomes his inner world. He no longer merely perceives it, but experiences it in its spiritual being which was hid from him on Earth, as his own world.
[ 12 ] 27. Der Mensch, wie er auf Erden ist, wird im Geistgebiet Außenwelt. Man schaut auf diesen Menschen, wie man auf Erden auf Sterne, Wolken, Berge, Flüsse schaut. Und diese Außenwelt ist nicht weniger inhaltreich, wie die Erscheinung des Kosmos dem irdischen Leben erscheint.
[ 12 ] 27. In the Spirit-realm, man as he is on Earth becomes an outer world. We gaze upon him, even as on Earth we gaze upon the stars and clouds, the mountains and rivers. Nor is this ‘outer world’ any less rich in content than the glory of the Cosmos as it appears to us in earthly life.
[ 13 ] 28. Die im Geistgebiet vom Geiste des Menschen erbildeten Kräfte wirken in der Gestaltung des Erdenmenschen fort, so wie die im physischen Menschen vollbrachten Taten in dem Leben nach dem Tode als Seeleninhalt fortwirken.
[ 13 ] 28. The forces begotten by the human Spirit in the Spirit-realm work on in the fashioning of earthly Man, even as the deeds we accomplish in the Physical work on as a content of the soul in the life after death.
