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Nature and Spirit Beings
Their Influence on Our Visible World
GA 98

15 December 1907, Düsseldorf

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3. Das Rosenkreuzertum

3. Das Rosenkreuzertum

[ 1 ] Indem wir über die Einweihung der Rosenkreuzer oder die rosenkreuzerische Einweihung sprechen, müssen wir uns vorerst den Begriff der Einweihung kurz vor die Seele rücken. Er besteht im allgemeinen darin, den Weg zu suchen, um aus eigener Erfahrung, durch eigene Erlebnisse einzudringen in die höheren Welten, die unserer Sinneswelt zugrunde liegen. Wir müssen dabei dreierlei unterscheiden: Eingeweihte, Hellseher und Adepten. Es sind das drei verschiedene Arten, in Beziehung zu treten zu den höheren Welten.

[ 1 ] Indem wir über die Einweihung der Rosenkreuzer oder die rosenkreuzerische Einweihung sprechen, müssen wir uns vorerst den Begriff der Einweihung kurz vor die Seele rücken. Er besteht im allgemeinen darin, den Weg zu suchen, um aus eigener Erfahrung, durch eigene Erlebnisse einzudringen in die höheren Welten, die unserer Sinneswelt zugrunde liegen. Wir müssen dabei dreierlei unterscheiden: Eingeweihte, Hellseher und Adepten. Es sind das drei verschiedene Arten, in Beziehung zu treten zu den höheren Welten.

[ 2 ] Heute wollen wir davon sprechen, wie der Mensch in eigener Erfahrung die übersinnlichen Welten kennenlernen kann. Von der Dreiteilung wollen wir heute absehen, wohl aber genau berücksichtigen, daß, wenn wir von der Einweihung reden, wir eine Methode der Einweihung vor uns haben.

[ 2 ] Heute wollen wir davon sprechen, wie der Mensch in eigener Erfahrung die übersinnlichen Welten kennenlernen kann. Von der Dreiteilung wollen wir heute absehen, wohl aber genau berücksichtigen, daß, wenn wir von der Einweihung reden, wir eine Methode der Einweihung vor uns haben.

[ 3 ] Wer bedenkt, daß die Menschen von verschiedenen Ausgangspunkten den Weg in die höheren Welten suchen, der wird leicht über die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Methoden hinwegkommen. Wenn wir auf dem Gipfel eines Berges angelangt sind, so haben wir von da oben einen freien Ausblick. Um hinaufzugelangen, können wir von verschiedenen Ausgangspunkten ausgehen, es können verschiedene Wege eingeschlagen werden. Unsinnig würde es sein, wenn wir, um auf den Gipfel zu gelangen, nicht den Weg benutzten, der vor uns liegt, sondern erst um den Berg herumgingen.

[ 3 ] Wer bedenkt, daß die Menschen von verschiedenen Ausgangspunkten den Weg in die höheren Welten suchen, der wird leicht über die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Methoden hinwegkommen. Wenn wir auf dem Gipfel eines Berges angelangt sind, so haben wir von da oben einen freien Ausblick. Um hinaufzugelangen, können wir von verschiedenen Ausgangspunkten ausgehen, es können verschiedene Wege eingeschlagen werden. Unsinnig würde es sein, wenn wir, um auf den Gipfel zu gelangen, nicht den Weg benutzten, der vor uns liegt, sondern erst um den Berg herumgingen.

[ 4 ] Wenden wir dieses Prinzip auf die Einweihung an. Hier finden wir auch verschiedene Ausgangspunkte gegeben dadurch, daß die Menschen verschiedene Naturen haben. Die äußere Naturwissenschaft ist nicht in der Lage, diese feine Verschiedenheit, um die es sich dabei handelt, wirklich zu studieren. Unsere Physiologen und Anatomen sind nicht imstande, mit ihren groben Instrumenten und Methoden diese feinen Verschiedenheiten der Menschen herauszufinden. Aber für den, der okkulte Erkenntnis hat, ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Menschen, der im Orient und einem, der in Europa oder in Amerika geboren ist. Bis in die physische Natur hinein zeigt sich das. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Menschen, der noch das lebendige unmittelbare Empfinden und das Gefühl für den Christus hat, und einem Menschen, der ganz und gar entfremdet ist dem ursprünglichen christlichen Fühlen und sich seine ganze Weltanschauung geben läßt durch die Errungenschaften der modernen Wissenschaft. Nicht nur die Empfindungen und Gedanken sind bei einem solchen Menschen anders als bei dem mit christlicher Gesinnung, sondern bis in die Physis hinein kann dieser Unterschied beobachtet werden. Es sind da so feine Unterschiede, die in die feinsten Strukturen des Körpers eingreifen, daß die Physiologie und Biologie nichts von ihnen zu sagen weiß. Daher muß die Menschennatur berücksichtigt werden, und man kann nicht allen Menschen denselben Weg anweisen, um durch die höhere Entwickelung in die höheren Welten aufzusteigen.

[ 4 ] Wenden wir dieses Prinzip auf die Einweihung an. Hier finden wir auch verschiedene Ausgangspunkte gegeben dadurch, daß die Menschen verschiedene Naturen haben. Die äußere Naturwissenschaft ist nicht in der Lage, diese feine Verschiedenheit, um die es sich dabei handelt, wirklich zu studieren. Unsere Physiologen und Anatomen sind nicht imstande, mit ihren groben Instrumenten und Methoden diese feinen Verschiedenheiten der Menschen herauszufinden. Aber für den, der okkulte Erkenntnis hat, ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Menschen, der im Orient und einem, der in Europa oder in Amerika geboren ist. Bis in die physische Natur hinein zeigt sich das. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Menschen, der noch das lebendige unmittelbare Empfinden und das Gefühl für den Christus hat, und einem Menschen, der ganz und gar entfremdet ist dem ursprünglichen christlichen Fühlen und sich seine ganze Weltanschauung geben läßt durch die Errungenschaften der modernen Wissenschaft. Nicht nur die Empfindungen und Gedanken sind bei einem solchen Menschen anders als bei dem mit christlicher Gesinnung, sondern bis in die Physis hinein kann dieser Unterschied beobachtet werden. Es sind da so feine Unterschiede, die in die feinsten Strukturen des Körpers eingreifen, daß die Physiologie und Biologie nichts von ihnen zu sagen weiß. Daher muß die Menschennatur berücksichtigt werden, und man kann nicht allen Menschen denselben Weg anweisen, um durch die höhere Entwickelung in die höheren Welten aufzusteigen.

[ 5 ] Um dies zu verstehen, müssen wir zurückgehen in frühere Zeiten der Menschheit. Die Menschheit hat eine lange Entwickelung durchgemacht. In der Zeit, welche wir die atlantische nennen, lebten unsere Vorfahren, das heißt, unsere eigenen Seelen, in ganz anderen Leibern in der alten Atlantis drüben im Westen zwischen unserem heutigen Europa und Amerika. Dann kamen jene Fluten, von denen die Sintfluterzählung der Bibel und die verschiedenen anderen Sintflutsagen sprechen, jene Fluten, welche den Untergang der alten Atlantis bewirkten. Es folgte die nachatlantische Entwickelung, in der wir noch immer darinnenstehen.

[ 5 ] Um dies zu verstehen, müssen wir zurückgehen in frühere Zeiten der Menschheit. Die Menschheit hat eine lange Entwickelung durchgemacht. In der Zeit, welche wir die atlantische nennen, lebten unsere Vorfahren, das heißt, unsere eigenen Seelen, in ganz anderen Leibern in der alten Atlantis drüben im Westen zwischen unserem heutigen Europa und Amerika. Dann kamen jene Fluten, von denen die Sintfluterzählung der Bibel und die verschiedenen anderen Sintflutsagen sprechen, jene Fluten, welche den Untergang der alten Atlantis bewirkten. Es folgte die nachatlantische Entwickelung, in der wir noch immer darinnenstehen.

[ 6 ] Vier Zeiträume haben wir in der nachatlantischen Entwickelung durchgemacht, im fünften stehen wir noch darin. Der erste dieser Zeiträume umfaßte die altindische Kultur. Da wurden die Völker selbst unterrichtet von den heiligen Rishis, inspirierten Menschen, von denen sich der heutige Mensch keine Vorstellung machen kann. Dann folgte die zweite Kultur, die persische, mit der ZarathustraReligion. Die dritte Kultur war die babylonisch-assyrisch-chaldäisch-ägyptische, aus welcher sich langsam die hebräische Kultur herausentwickelte. Als vierte folgte die griechisch-römische Kulturströmung, innerhalb welcher das Christentum entstand, das seine Elemente nahm aus dem Volk, das seine organische Entwickelung aus der dritten Kultur hatte. Jetzt leben wir in der fünften Kultur, der sechsten entgegen.

[ 6 ] Vier Zeiträume haben wir in der nachatlantischen Entwickelung durchgemacht, im fünften stehen wir noch darin. Der erste dieser Zeiträume umfaßte die altindische Kultur. Da wurden die Völker selbst unterrichtet von den heiligen Rishis, inspirierten Menschen, von denen sich der heutige Mensch keine Vorstellung machen kann. Dann folgte die zweite Kultur, die persische, mit der ZarathustraReligion. Die dritte Kultur war die babylonisch-assyrisch-chaldäisch-ägyptische, aus welcher sich langsam die hebräische Kultur herausentwickelte. Als vierte folgte die griechisch-römische Kulturströmung, innerhalb welcher das Christentum entstand, das seine Elemente nahm aus dem Volk, das seine organische Entwickelung aus der dritten Kultur hatte. Jetzt leben wir in der fünften Kultur, der sechsten entgegen.

[ 7 ] Nicht nur das Denken hat sich verändert in der langen Zeit seit der atlantischen Katastrophe, sondern auch der astralische Leib, der Ätherleib und der physische Leib. Man muß sich aber nicht vorstellen, daß alle Menschen gleichwertig in unserer fünften Kulturströmung stehen. Viele Eigenheiten der früheren Kulturströmungen haben sich erhalten. Es lebt das noch nebeneinander, was sich nacheinander entwickelt hat.

[ 7 ] Nicht nur das Denken hat sich verändert in der langen Zeit seit der atlantischen Katastrophe, sondern auch der astralische Leib, der Ätherleib und der physische Leib. Man muß sich aber nicht vorstellen, daß alle Menschen gleichwertig in unserer fünften Kulturströmung stehen. Viele Eigenheiten der früheren Kulturströmungen haben sich erhalten. Es lebt das noch nebeneinander, was sich nacheinander entwickelt hat.

[ 8 ] Weil die Menschen durch ganz verschiedene Kulturströmungen hindurchgegangen sind, mußte sich auch mit den daraus hervorgehenden Veränderungen in ihrem ganzen Wesen die Art der Einführung in die höheren Welten ändern, die den Menschen von ihren geistigen Führern gebracht wurde.

[ 8 ] Weil die Menschen durch ganz verschiedene Kulturströmungen hindurchgegangen sind, mußte sich auch mit den daraus hervorgehenden Veränderungen in ihrem ganzen Wesen die Art der Einführung in die höheren Welten ändern, die den Menschen von ihren geistigen Führern gebracht wurde.

[ 9 ] In der atlantischen Zeit waren die Menschen noch astralisch hellseherisch. Sie lebten da mit ihren Göttern und Geistern ebenso zusammen, wie mit den äußeren Pflanzen, Mineralien, Tieren und Menschen. In der nachatlantischen Zeit konnten sich die Menschen nicht mehr diesen Zugang zu den höheren Welten verschaffen. Nicht mehr durch unmittelbares Anschauen des Göttlich-Geistigen konnten sie in die höheren Welten eindringen, sondern nur auf künstliche Art konnten sie sich wieder in den Zustand versetzen, durch den sie wieder Genossen der Götter wurden. Darauf gründet sich die indische Art der Yoga-Einweihung. Diese Yoga-Einführung in die höheren Welten besteht im wesentlichen darinnen, zu dämpfen das Bewußtsein, das der Mensch sich in der nachatlantischen Zeit errungen hat, die äußerliche Anschauung, und sich zurückzuversetzen in frühere hellseherische Bewußtseinszustände, wie der Atlantier sie hatte.

[ 9 ] In der atlantischen Zeit waren die Menschen noch astralisch hellseherisch. Sie lebten da mit ihren Göttern und Geistern ebenso zusammen, wie mit den äußeren Pflanzen, Mineralien, Tieren und Menschen. In der nachatlantischen Zeit konnten sich die Menschen nicht mehr diesen Zugang zu den höheren Welten verschaffen. Nicht mehr durch unmittelbares Anschauen des Göttlich-Geistigen konnten sie in die höheren Welten eindringen, sondern nur auf künstliche Art konnten sie sich wieder in den Zustand versetzen, durch den sie wieder Genossen der Götter wurden. Darauf gründet sich die indische Art der Yoga-Einweihung. Diese Yoga-Einführung in die höheren Welten besteht im wesentlichen darinnen, zu dämpfen das Bewußtsein, das der Mensch sich in der nachatlantischen Zeit errungen hat, die äußerliche Anschauung, und sich zurückzuversetzen in frühere hellseherische Bewußtseinszustände, wie der Atlantier sie hatte.

[ 10 ] Verfolgen wir die Entwickelung der Menschheit weiter, über die persische und die chaldäische Kulturströmung hinaus, so kommen wir zu der christlichen Kulturströmung. Sie brachte mit sich die christliche Einweihung, die nur erlangt werden kann durch ein unmittelbares Verhältnis zu dem Christus Jesus durch das Johannes-Evangelium und die Apokalypse. Dann folgt im 13. und 14. Jahrhundert die erste Morgendämmerung der materialistischen Kulturströmung. Damals konnten die erleuchteten Menschen erkennen: Jetzt kommt die materielle Zeit herauf. Alles, was im 19. Jahrhundert voll erfüllt wurde, im Extrem auftrat, das ist vorher lange vorbereitet worden. Den Materialismus finden wir nicht nur auf den Gebieten des äußeren Handelns, sondern auf allen Gebieten müssen wir ihn aufsuchen.

[ 10 ] Verfolgen wir die Entwickelung der Menschheit weiter, über die persische und die chaldäische Kulturströmung hinaus, so kommen wir zu der christlichen Kulturströmung. Sie brachte mit sich die christliche Einweihung, die nur erlangt werden kann durch ein unmittelbares Verhältnis zu dem Christus Jesus durch das Johannes-Evangelium und die Apokalypse. Dann folgt im 13. und 14. Jahrhundert die erste Morgendämmerung der materialistischen Kulturströmung. Damals konnten die erleuchteten Menschen erkennen: Jetzt kommt die materielle Zeit herauf. Alles, was im 19. Jahrhundert voll erfüllt wurde, im Extrem auftrat, das ist vorher lange vorbereitet worden. Den Materialismus finden wir nicht nur auf den Gebieten des äußeren Handelns, sondern auf allen Gebieten müssen wir ihn aufsuchen.

[ 11 ] Bis zum 13., 14. Jahrhundert bewahrten sich die Menschen etwas ganz anderes an Empfindungen und Gefühlen. Der Umschwung tritt auf allen Gebieten, selbst den scheinbar entferntesten, auf. Zum Beispiel in der Malerei tritt uns die große Veränderung in den Empfindungen der Menschen entgegen. Heute erscheint es dem Materialisten wie eine Willkür, wenn zum Beispiel Cimabue auf seinen Bildern den Hintergrund in Gold malt. Dieser Maler hatte aber damals noch die Tradition von der Anschauung der höheren Welt. Wenn man hineinschaut in die höchsten Regionen der astralischen Welt, dann findet man, daß jener Goldgrund Wirklichkeit, Realität ist. Die, welche später Ähnliches malen wollten, als Nachahmer dieser älteren Maler, die noch durch Tradition Kenntnis von der Wirklichkeit der astralen Welt besaßen, die erscheinen uns wie Barbaren gegenüber denen, die wirklich noch ein Verhältnis zu den höheren Welten hatten. So ist zum Beispiel bei Giotto nicht mehr die Darstellung dessen, was er als Wahrheit empfand, sondern alles nur aus äußerer Tradition gemalt. Zu seiner Zeit war es natürlich, daß man überging zu dem, was nur auf dem physischen Plan gesehen werden kann, zu der materialistischen Kunst. Nur noch die größten Maler dieser Zeit hielten an der Tradition fest. Auf der «Disputa» des Raffael kann man sehen, wie in den Grundtönen von unten nach oben in der Tat mit gewisser Richtigkeit wiedergegeben ist jenes Erlebnis, das der Mensch hat, wenn er in die höheren Welten sich erhebt. Das ist eine Notwendigkeit, dieses stufenweise Erleben des Überganges von den niederen zu den höheren Welten bis zur Anschauung jener Genien, welche aus dem Goldgrund auftauchen.

[ 11 ] Bis zum 13., 14. Jahrhundert bewahrten sich die Menschen etwas ganz anderes an Empfindungen und Gefühlen. Der Umschwung tritt auf allen Gebieten, selbst den scheinbar entferntesten, auf. Zum Beispiel in der Malerei tritt uns die große Veränderung in den Empfindungen der Menschen entgegen. Heute erscheint es dem Materialisten wie eine Willkür, wenn zum Beispiel Cimabue auf seinen Bildern den Hintergrund in Gold malt. Dieser Maler hatte aber damals noch die Tradition von der Anschauung der höheren Welt. Wenn man hineinschaut in die höchsten Regionen der astralischen Welt, dann findet man, daß jener Goldgrund Wirklichkeit, Realität ist. Die, welche später Ähnliches malen wollten, als Nachahmer dieser älteren Maler, die noch durch Tradition Kenntnis von der Wirklichkeit der astralen Welt besaßen, die erscheinen uns wie Barbaren gegenüber denen, die wirklich noch ein Verhältnis zu den höheren Welten hatten. So ist zum Beispiel bei Giotto nicht mehr die Darstellung dessen, was er als Wahrheit empfand, sondern alles nur aus äußerer Tradition gemalt. Zu seiner Zeit war es natürlich, daß man überging zu dem, was nur auf dem physischen Plan gesehen werden kann, zu der materialistischen Kunst. Nur noch die größten Maler dieser Zeit hielten an der Tradition fest. Auf der «Disputa» des Raffael kann man sehen, wie in den Grundtönen von unten nach oben in der Tat mit gewisser Richtigkeit wiedergegeben ist jenes Erlebnis, das der Mensch hat, wenn er in die höheren Welten sich erhebt. Das ist eine Notwendigkeit, dieses stufenweise Erleben des Überganges von den niederen zu den höheren Welten bis zur Anschauung jener Genien, welche aus dem Goldgrund auftauchen.

[ 12 ] Wer die geistigen Wahrheiten kennt, der weiß, daß hinter den physischen Tatsachen noch etwas anderes steckt, der weiß, daß der Grund, warum die Menschen heute Materialisten sind, der ist, daß sie unter äußeren, materialistischen Einflüssen stehen. Aber es handelt sich hierbei nicht nur um die äußere Wahrnehmung. Vom Standpunkt des Okkultismus aus lernt man andere Gründe kennen. Gedanke und Empfindung sind Wirklichkeiten, die hinausstrahlen in die Welt. Wir sind umschwirrt von materialistischen Gedanken. Überall schwirren diese Gedanken um uns herum. Auch wenn zum Bauern draußen auf dem Lande keine Bücher, keine Zeitschriften gelangen, die materialistische Anschauungen aussprechen, so umschwirren ihn doch diese materialistischen Gedanken, die ihn beeinflussen, auf die es ankommt.

[ 12 ] Wer die geistigen Wahrheiten kennt, der weiß, daß hinter den physischen Tatsachen noch etwas anderes steckt, der weiß, daß der Grund, warum die Menschen heute Materialisten sind, der ist, daß sie unter äußeren, materialistischen Einflüssen stehen. Aber es handelt sich hierbei nicht nur um die äußere Wahrnehmung. Vom Standpunkt des Okkultismus aus lernt man andere Gründe kennen. Gedanke und Empfindung sind Wirklichkeiten, die hinausstrahlen in die Welt. Wir sind umschwirrt von materialistischen Gedanken. Überall schwirren diese Gedanken um uns herum. Auch wenn zum Bauern draußen auf dem Lande keine Bücher, keine Zeitschriften gelangen, die materialistische Anschauungen aussprechen, so umschwirren ihn doch diese materialistischen Gedanken, die ihn beeinflussen, auf die es ankommt.

[ 13 ] Fragen wir, wie der Mensch in Zeiten, als man noch von okkulten Mächten etwas wußte, ins Dasein trat, so finden wir, daß damals dafür gesorgt wurde, zum Beispiel in China, daß der Mensch bei seinem Eintritt in die physische Welt empfangen wurde von Menschen, die mit geistigen Gedanken erfüllt waren. Es ist dies etwas ganz anderes, als wenn er empfangen wird von dem materialistischen Arzt und einer materialistisch denkenden Umgebung. Da treten ganz andere Dinge dem Menschen entgegen, als das früher der Fall war in einer Umgebung mit geistigen Gedanken. Hierin ist der Grund zu suchen für die materialistische Gesinnung der Menschen. Der Mensch taucht eben seit dem 13., 14. Jahrhundert schon bei seiner Geburt unter in eine materialistische Atmosphäre. Das mußte so sein. Aber es mußte daher auch für diejenigen, welche in die höheren Welten aufsteigen wollten, eine Methode geschaffen werden, durch die sie stark und kräftig genug wurden, um ihnen, trotz dieser äußeren materialistischen Verhältnisse, ein Aufsteigen in die geistigen Welten zu ermöglichen.

[ 13 ] Fragen wir, wie der Mensch in Zeiten, als man noch von okkulten Mächten etwas wußte, ins Dasein trat, so finden wir, daß damals dafür gesorgt wurde, zum Beispiel in China, daß der Mensch bei seinem Eintritt in die physische Welt empfangen wurde von Menschen, die mit geistigen Gedanken erfüllt waren. Es ist dies etwas ganz anderes, als wenn er empfangen wird von dem materialistischen Arzt und einer materialistisch denkenden Umgebung. Da treten ganz andere Dinge dem Menschen entgegen, als das früher der Fall war in einer Umgebung mit geistigen Gedanken. Hierin ist der Grund zu suchen für die materialistische Gesinnung der Menschen. Der Mensch taucht eben seit dem 13., 14. Jahrhundert schon bei seiner Geburt unter in eine materialistische Atmosphäre. Das mußte so sein. Aber es mußte daher auch für diejenigen, welche in die höheren Welten aufsteigen wollten, eine Methode geschaffen werden, durch die sie stark und kräftig genug wurden, um ihnen, trotz dieser äußeren materialistischen Verhältnisse, ein Aufsteigen in die geistigen Welten zu ermöglichen.

[ 14 ] Diese Einweihungsmethode ist die rosenkreuzerische, die um die Wende des 13., 14. Jahrhunderts entstand und zuerst inauguriert wurde von Christian Rosenkreutz, einem der großen Führer der Menschheit. Streng abgeschlossen von der äußeren Welt hatte diese Methode seit jener Zeit durch Jahrhunderte hindurch gewirkt, nur bekannt in einem engen Kreise, am strengsten abgeschlossen im 19. Jahrhundert, dem materialistischen. Erst in seinem letzten Drittel hat sich die Notwendigkeit ergeben, das, was in den Schulen der Rosenkreuzer gelehrt worden ist, der Welt wenigstens in seinen elementaren Teilen bekanntzumachen in der Theosophie.

[ 14 ] Diese Einweihungsmethode ist die rosenkreuzerische, die um die Wende des 13., 14. Jahrhunderts entstand und zuerst inauguriert wurde von Christian Rosenkreutz, einem der großen Führer der Menschheit. Streng abgeschlossen von der äußeren Welt hatte diese Methode seit jener Zeit durch Jahrhunderte hindurch gewirkt, nur bekannt in einem engen Kreise, am strengsten abgeschlossen im 19. Jahrhundert, dem materialistischen. Erst in seinem letzten Drittel hat sich die Notwendigkeit ergeben, das, was in den Schulen der Rosenkreuzer gelehrt worden ist, der Welt wenigstens in seinen elementaren Teilen bekanntzumachen in der Theosophie.

[ 15 ] Im Jahre 1459 hat der eigentliche Begründer der Rosenkreuzerströmung selbst jene Stufe erlangt, durch die er die Macht hatte, auf die Welt so zu wirken, daß von ihm aus jene Einweihung der Welt gebracht werden konnte.

[ 15 ] Im Jahre 1459 hat der eigentliche Begründer der Rosenkreuzerströmung selbst jene Stufe erlangt, durch die er die Macht hatte, auf die Welt so zu wirken, daß von ihm aus jene Einweihung der Welt gebracht werden konnte.

[ 16 ] Seit jener Zeit ist diese Individualität des Christian Rosenkreutz immer wieder dagewesen als Leiter der betreffenden Strömung. Durch Jahrhunderte hindurch führte sie ein Leben «in demselben Leibe». Wir haben diesen Ausdruck «in demselben Leibe» so zu verstehen: Wenn wir den physischen Leib betrachten, so finden wir, daß das, was ihn vor zehn Jahren zusammengesetzt hat, jetzt nicht mehr in dem physischen Leibe ist. Aber das Bewußtsein ist dasselbe geblieben. Alle sieben bis acht Jahre tauscht der Mensch alle Teile seines physischen Leibes aus, doch das Bewußtsein überdauert diesen fortwährenden Austausch der physischen Substanzen durch das ganze Leben hindurch. Was wir auf diese Weise zwischen Geburt und Tod durchmachen, das macht der Eingeweihte so durch, daß er, wenn er stirbt, bald darauf in einem neuen Leibe als Kind wiedergeboren wird. Aber diesen Weg macht er vollbewußt durch. Das Bewußtsein bleibt vorhanden von einer Inkarnation zur anderen. Sogar die physische Ähnlichkeit bleibt bei dem Eingeweihten vorhanden, weil die Seele den neuen Leib bewußt aufbaut aus der Erfahrung der vorhergehenden Inkarnation. In dieser Weise lebte der höchste Leiter der Rosenkreuzerschulung durch Jahrhunderte hindurch.

[ 16 ] Seit jener Zeit ist diese Individualität des Christian Rosenkreutz immer wieder dagewesen als Leiter der betreffenden Strömung. Durch Jahrhunderte hindurch führte sie ein Leben «in demselben Leibe». Wir haben diesen Ausdruck «in demselben Leibe» so zu verstehen: Wenn wir den physischen Leib betrachten, so finden wir, daß das, was ihn vor zehn Jahren zusammengesetzt hat, jetzt nicht mehr in dem physischen Leibe ist. Aber das Bewußtsein ist dasselbe geblieben. Alle sieben bis acht Jahre tauscht der Mensch alle Teile seines physischen Leibes aus, doch das Bewußtsein überdauert diesen fortwährenden Austausch der physischen Substanzen durch das ganze Leben hindurch. Was wir auf diese Weise zwischen Geburt und Tod durchmachen, das macht der Eingeweihte so durch, daß er, wenn er stirbt, bald darauf in einem neuen Leibe als Kind wiedergeboren wird. Aber diesen Weg macht er vollbewußt durch. Das Bewußtsein bleibt vorhanden von einer Inkarnation zur anderen. Sogar die physische Ähnlichkeit bleibt bei dem Eingeweihten vorhanden, weil die Seele den neuen Leib bewußt aufbaut aus der Erfahrung der vorhergehenden Inkarnation. In dieser Weise lebte der höchste Leiter der Rosenkreuzerschulung durch Jahrhunderte hindurch.

[ 17 ] Erst jetzt ist die Möglichkeit vorhanden, einiges von den Prinzipien der Rosenkreuzer bekanntzumachen. Bis dahin war nichts davon eröffnet worden; nur einmal ist etwas davon mitgeteilt worden. Das, was nach rosenkreuzerischer Methode den Menschen hinaufführt in die höheren Welten, sind die folgenden sieben Stufen: Erstens, das Studium; zweitens, das Erwerben der imaginativen Erkenntnis; drittens, das Erlernen der okkulten Schrift; viertens, die Bereitung des Steines der Weisen; fünftens, das Entsprechen von Mikrokosmos und Makrokosmos; sechstens, das Aufgehen im Makrokosmos; siebentens, die Gottseligkeit.

[ 17 ] Erst jetzt ist die Möglichkeit vorhanden, einiges von den Prinzipien der Rosenkreuzer bekanntzumachen. Bis dahin war nichts davon eröffnet worden; nur einmal ist etwas davon mitgeteilt worden. Das, was nach rosenkreuzerischer Methode den Menschen hinaufführt in die höheren Welten, sind die folgenden sieben Stufen: Erstens, das Studium; zweitens, das Erwerben der imaginativen Erkenntnis; drittens, das Erlernen der okkulten Schrift; viertens, die Bereitung des Steines der Weisen; fünftens, das Entsprechen von Mikrokosmos und Makrokosmos; sechstens, das Aufgehen im Makrokosmos; siebentens, die Gottseligkeit.

[ 18 ] Dies soll nicht bedeuten, daß stufenweise nacheinander durchgemacht werden müssen diese sieben Grade. Der Schüler, der einem rosenkreuzerischen Lehrer gegenübertritt, bekommt seine Anweisungen zur höheren Entwickelung so, daß sie seiner Individualität entsprechen. Aus den sieben Stufen der höheren Entwickelung wird ausgewählt, was für ihn am besten geeignet ist. Der eine beginnt mit der ersten und zweiten Stufe und dann folgt für ihn vielleicht die vierte und fünfte. Nur dasjenige, was man das Studium nennt, muß bei jedem den Anfang machen.

[ 18 ] Dies soll nicht bedeuten, daß stufenweise nacheinander durchgemacht werden müssen diese sieben Grade. Der Schüler, der einem rosenkreuzerischen Lehrer gegenübertritt, bekommt seine Anweisungen zur höheren Entwickelung so, daß sie seiner Individualität entsprechen. Aus den sieben Stufen der höheren Entwickelung wird ausgewählt, was für ihn am besten geeignet ist. Der eine beginnt mit der ersten und zweiten Stufe und dann folgt für ihn vielleicht die vierte und fünfte. Nur dasjenige, was man das Studium nennt, muß bei jedem den Anfang machen.

[ 19 ] Studium bedeutet hier aber etwas anderes, als man im gewöhnlichen Leben darunter versteht. Es bedeutet hier das bestimmte Aneignen von Vorstellungen und Begriffen, welches man sinnlichkeitsfreies Denken nennt. Alles Denken des gewöhnlichen Menschen haftet an der äußeren Sinnlichkeit. Beachten Sie alles das, was Sie vom Morgen bis zum Abend erleben und denken Sie sich alles weg, was Sie äußerlich gesehen und gehört haben. Für die meisten Menschen bleibt dann nur noch sehr wenig oder nichts übrig. Der Mensch muß aber, wenn er den Weg zu den höheren Welten machen will, sich angewöhnen, auch denken zu können, wenn der Quell seines Denkens nur in seinem eigenen Innern liegt, ohne an die äußere Welt anzuknüpfen.

[ 19 ] Studium bedeutet hier aber etwas anderes, als man im gewöhnlichen Leben darunter versteht. Es bedeutet hier das bestimmte Aneignen von Vorstellungen und Begriffen, welches man sinnlichkeitsfreies Denken nennt. Alles Denken des gewöhnlichen Menschen haftet an der äußeren Sinnlichkeit. Beachten Sie alles das, was Sie vom Morgen bis zum Abend erleben und denken Sie sich alles weg, was Sie äußerlich gesehen und gehört haben. Für die meisten Menschen bleibt dann nur noch sehr wenig oder nichts übrig. Der Mensch muß aber, wenn er den Weg zu den höheren Welten machen will, sich angewöhnen, auch denken zu können, wenn der Quell seines Denkens nur in seinem eigenen Innern liegt, ohne an die äußere Welt anzuknüpfen.

[ 20 ] Die einzige Art des sinnlichkeitsfreien Denkens ist in europäischen Ländern das Rechnen. Das Kind lernt, daß zwei mal zwei vier ist, zuerst an der äußeren Anschauung, an den Fingern oder Bohnen oder an den scheußlichen Rechenmaschinen. Aber der Mensch kommt auf diesem Gebiete nicht zu einem befriedigenden Resultat, solange er sich diese Vorstellungen nicht machen kann, ohne die Krücke der äußerlichen Anschauung. Einen Kreis kann man niemals in der äußeren Wirklichkeit sehen, Kreise, die man auf die Wandtafel zeichnet, sind aneinander gereihte Kreidehügel. Erst ein gedachter Kreis ist genau. Den Kreis muß man sich im Geiste konstruieren, man muß sich den Kreis denken.

[ 20 ] Die einzige Art des sinnlichkeitsfreien Denkens ist in europäischen Ländern das Rechnen. Das Kind lernt, daß zwei mal zwei vier ist, zuerst an der äußeren Anschauung, an den Fingern oder Bohnen oder an den scheußlichen Rechenmaschinen. Aber der Mensch kommt auf diesem Gebiete nicht zu einem befriedigenden Resultat, solange er sich diese Vorstellungen nicht machen kann, ohne die Krücke der äußerlichen Anschauung. Einen Kreis kann man niemals in der äußeren Wirklichkeit sehen, Kreise, die man auf die Wandtafel zeichnet, sind aneinander gereihte Kreidehügel. Erst ein gedachter Kreis ist genau. Den Kreis muß man sich im Geiste konstruieren, man muß sich den Kreis denken.

[ 21 ] Heute kann man ein sinnlichkeitsfreies Denken bei den Menschen allein auf dem Gebiete des Zahlenwesens und der Geometrie finden. Aber den meisten Menschen ist das nicht zugänglich und deshalb nur zum Vergleich angeführt. Das beste Mittel, sich ein sinnlichkeitsfreies Denken anzueignen, ist die Theosophie selber, weil der Mensch da von Dingen hört, die er nicht gesehen hat. Was die Menschen da lernen, wie der Mensch besteht aus physischem, Äther- und Astral- . leib, oder wie die Erde selbst sich durch die verschiedenen Zustände entwickelt hat, das können Sie nicht sehen. Nur wenn wir das Denken anstrengen und die innere Logik der Sache erblicken, können wir mit der gewöhnlichen Logik diese Dinge begreifen, wenn man sich nur auf diesen umfassenden Boden der Logik stellen will. Wenn heute die Menschen sagen, sie könnten das nicht begreifen, so ist dafür nicht der Grund, daß sie nicht hellsehend sind, sondern daß die Menschen die Logik des Begreifens nicht anwenden wollen. Verstanden werden können die Erlebnisse des Hellsehers mit der gewöhnlichen Logik, nur zum Erforschen dieser Dinge ist das Hellsehen notwendig. Was in der Theosophie vorliegt, ist für das theoretische und praktische Leben das einzig Logische. Was dagegen die Menschen in materialistischer Weise über die übersinnlichen Dinge vorbringen, ist unlogisch. Was die Geisteswissenschaft bringt, ist das wirklich konkret Fruchtbare im Leben.

[ 21 ] Heute kann man ein sinnlichkeitsfreies Denken bei den Menschen allein auf dem Gebiete des Zahlenwesens und der Geometrie finden. Aber den meisten Menschen ist das nicht zugänglich und deshalb nur zum Vergleich angeführt. Das beste Mittel, sich ein sinnlichkeitsfreies Denken anzueignen, ist die Theosophie selber, weil der Mensch da von Dingen hört, die er nicht gesehen hat. Was die Menschen da lernen, wie der Mensch besteht aus physischem, Äther- und Astral- . leib, oder wie die Erde selbst sich durch die verschiedenen Zustände entwickelt hat, das können Sie nicht sehen. Nur wenn wir das Denken anstrengen und die innere Logik der Sache erblicken, können wir mit der gewöhnlichen Logik diese Dinge begreifen, wenn man sich nur auf diesen umfassenden Boden der Logik stellen will. Wenn heute die Menschen sagen, sie könnten das nicht begreifen, so ist dafür nicht der Grund, daß sie nicht hellsehend sind, sondern daß die Menschen die Logik des Begreifens nicht anwenden wollen. Verstanden werden können die Erlebnisse des Hellsehers mit der gewöhnlichen Logik, nur zum Erforschen dieser Dinge ist das Hellsehen notwendig. Was in der Theosophie vorliegt, ist für das theoretische und praktische Leben das einzig Logische. Was dagegen die Menschen in materialistischer Weise über die übersinnlichen Dinge vorbringen, ist unlogisch. Was die Geisteswissenschaft bringt, ist das wirklich konkret Fruchtbare im Leben.

[ 22 ] Wenn wir das Prinzip der Erziehung vom Standpunkt der theosophischen Weltanschauung und vom Standpunkt der materialistischen Gesinnung betrachten, können wir einen Vergleich machen. In der ersteren werden Dinge gesagt über den werdenden Menschen, die man nicht äußerlich sehen kann. Aber es ist so, daß gerade darin das Wirkliche, Reale, Konkrete gegeben ist. Die heutige Weltanschauung versteht das werdende Kind nicht. Erst wenn man das ganze Wesen des Menschen in Betracht zieht, nicht nur äußerlich betrachtet, lernt man die ganze Fülle des menschlichen Wesens in die Welt hineinstellen.

[ 22 ] Wenn wir das Prinzip der Erziehung vom Standpunkt der theosophischen Weltanschauung und vom Standpunkt der materialistischen Gesinnung betrachten, können wir einen Vergleich machen. In der ersteren werden Dinge gesagt über den werdenden Menschen, die man nicht äußerlich sehen kann. Aber es ist so, daß gerade darin das Wirkliche, Reale, Konkrete gegeben ist. Die heutige Weltanschauung versteht das werdende Kind nicht. Erst wenn man das ganze Wesen des Menschen in Betracht zieht, nicht nur äußerlich betrachtet, lernt man die ganze Fülle des menschlichen Wesens in die Welt hineinstellen.

[ 23 ] Zu gleicher Zeit hat der Mensch, der sich in die Lehren der theosophischen Weltanschauung einlebt, ein Mittel, sinnlichkeitsfrei denken zu lernen. Die wahre Theosophie wird immer darauf hinzielen, so viel als möglich, sinnlichkeitsfreies Denken zu entwikkeln. Wenn wir die theosophische Lehre ansehen, so finden wir da Beschreibungen von Zuständen, die wir nicht sehen können. Wenn wir die Entwickelung unserer Erde betrachten und woraus sie hervorgegangen ist, so beschreiben wir jenen planetarischen Zustand, wo alles anders war als im Stadium unserer jetzigen Erde: jenen alten Mond - nicht den jetzigen —, wo es noch keine feste, mineralische Erdkruste gab, auf der der Mensch herumgehen kann, sondern wo der Planet nur in einer Art Pflanzennatur da war. In dieser Masse, die wir mit Kochsalat oder Spinat vergleichen können, waren festere Bestandteile nur in der Art vorhanden, wie heute die Borke oder Rinde der Bäume ist. Mineralisches gab es damals gar nicht.

[ 23 ] Zu gleicher Zeit hat der Mensch, der sich in die Lehren der theosophischen Weltanschauung einlebt, ein Mittel, sinnlichkeitsfrei denken zu lernen. Die wahre Theosophie wird immer darauf hinzielen, so viel als möglich, sinnlichkeitsfreies Denken zu entwikkeln. Wenn wir die theosophische Lehre ansehen, so finden wir da Beschreibungen von Zuständen, die wir nicht sehen können. Wenn wir die Entwickelung unserer Erde betrachten und woraus sie hervorgegangen ist, so beschreiben wir jenen planetarischen Zustand, wo alles anders war als im Stadium unserer jetzigen Erde: jenen alten Mond - nicht den jetzigen —, wo es noch keine feste, mineralische Erdkruste gab, auf der der Mensch herumgehen kann, sondern wo der Planet nur in einer Art Pflanzennatur da war. In dieser Masse, die wir mit Kochsalat oder Spinat vergleichen können, waren festere Bestandteile nur in der Art vorhanden, wie heute die Borke oder Rinde der Bäume ist. Mineralisches gab es damals gar nicht.

[ 24 ] Wenn man das von der materialistischen Anschauung aus bestreitet, weil man Pflanzen nur auf mineralischem Boden wachsend sich denken kann, so kann man zugeben, daß das allerdings unter den heutigen Verhältnissen nicht anders möglich ist. Aber damals herrschten eben ganz andere Verhältnisse. Der Materalist kann sich das nicht vorstellen, weil er immer anknüpft an die heutigen Verhältnisse.

[ 24 ] Wenn man das von der materialistischen Anschauung aus bestreitet, weil man Pflanzen nur auf mineralischem Boden wachsend sich denken kann, so kann man zugeben, daß das allerdings unter den heutigen Verhältnissen nicht anders möglich ist. Aber damals herrschten eben ganz andere Verhältnisse. Der Materalist kann sich das nicht vorstellen, weil er immer anknüpft an die heutigen Verhältnisse.

[ 25 ] Aber in solchen Bildern kann man sich frei machen von dem, was man um sich herum sieht. Unsinn wird Sinn, wenn wir weit entfernt liegende Verhältnisse betrachten. Da lernen wir uns erziehen, wegzukommen von unseren sinnlichen Verhältnissen. Bilder lernen wir vor unsere Seele hinstellen von Dingen, die wir heute nicht kennen. So hebt sich unser Denken ab von dem, was heute möglich ist. Diejenigen, welche sich mühen, mit ihrem Denken nur zu verbinden, was heute möglich wäre, kleben an den heutigen Verhältnissen und kommen nicht los von diesen. Für das Studium im rosenkreuzerischen Sinne kommt es gerade darauf an, sein Denken zu üben an diesen Bildern von Verhältnissen, wie sie jetzt nicht mehr da sind. Begriff aus Begriff werden zu lassen aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken ist ein Mittel, zu dem zu kommen, was man das Studium nennt. Dazu kann man auch gelangen durch das Studium eines Buches, wie es die «Philosophie der Freiheit» ist. Der Schreiber hat dabei nur die Gelegenheit gegeben, daß die Gedanken sich selbst gedacht haben. Da sind die einzelnen Gedanken aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken aus sich selbst geworden, aus sich selbst gegliedert, so daß kein Gedanke weggenommen werden könnte von da, wo er steht und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte, genau so wenig wie die Hand vom Körper abgeschnitten und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte. Das ist der Weg des sinnlichkeitsfreien Denkens.

[ 25 ] Aber in solchen Bildern kann man sich frei machen von dem, was man um sich herum sieht. Unsinn wird Sinn, wenn wir weit entfernt liegende Verhältnisse betrachten. Da lernen wir uns erziehen, wegzukommen von unseren sinnlichen Verhältnissen. Bilder lernen wir vor unsere Seele hinstellen von Dingen, die wir heute nicht kennen. So hebt sich unser Denken ab von dem, was heute möglich ist. Diejenigen, welche sich mühen, mit ihrem Denken nur zu verbinden, was heute möglich wäre, kleben an den heutigen Verhältnissen und kommen nicht los von diesen. Für das Studium im rosenkreuzerischen Sinne kommt es gerade darauf an, sein Denken zu üben an diesen Bildern von Verhältnissen, wie sie jetzt nicht mehr da sind. Begriff aus Begriff werden zu lassen aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken ist ein Mittel, zu dem zu kommen, was man das Studium nennt. Dazu kann man auch gelangen durch das Studium eines Buches, wie es die «Philosophie der Freiheit» ist. Der Schreiber hat dabei nur die Gelegenheit gegeben, daß die Gedanken sich selbst gedacht haben. Da sind die einzelnen Gedanken aus vollem sinnlichkeitsfreiem Denken aus sich selbst geworden, aus sich selbst gegliedert, so daß kein Gedanke weggenommen werden könnte von da, wo er steht und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte, genau so wenig wie die Hand vom Körper abgeschnitten und an eine andere Stelle gesetzt werden könnte. Das ist der Weg des sinnlichkeitsfreien Denkens.

[ 26 ] In einer heißen Begierde durchaus sich hinaufschwingen wollen in die höheren Welten, das ist etwas, was viele wollen; aber das ist etwas Ungesundes. Gesundes Streben ist nur das, wenn aus von aller Sinnlichkeit freiem Denken innerlich gediegene Logik gepflegt wird.

[ 26 ] In einer heißen Begierde durchaus sich hinaufschwingen wollen in die höheren Welten, das ist etwas, was viele wollen; aber das ist etwas Ungesundes. Gesundes Streben ist nur das, wenn aus von aller Sinnlichkeit freiem Denken innerlich gediegene Logik gepflegt wird.

[ 27 ] Wer in den höheren Welten Bescheid weiß, der weiß, daß die Wahrnehmungen in den höheren Welten etwas ganz anderes sind als in der physischen Welt. Eines aber gibt es, was in den drei Welten, der physischen, astralischen und devachanischen Welt, dasselbe Element bleibt: das ist das logische Denken. Dieser sichere Führer bewahrt uns vor allem Irrlichtelieren. Ohne ihn lernen wir niemals Illusion von Wirklichkeit unterscheiden und gelangen dahin, jede Illusion für astralische Wirklichkeit zu halten. Hier in der physischen Welt ist es leicht, Täuschungen von Wirklichkeiten zu unterscheiden. Denn die äußeren Tatsachen korrigieren uns. Wenn Sie zum Beispiel durch eine falsche Straße gegangen sind, kommen Sie nicht an den rechten Platz. In den höheren Welten müssen wir selbst durch eigene Geisteskraft den richtigen Weg finden, sonst kommen wir da in immer schwierigere Labyrinthe hinein, wenn wir nicht erst gelernt haben, Illusion von Wirklichkeit zu unterscheiden. Durch die Schulung im rosenkreuzerischen Sinne können wir dies lernen.

[ 27 ] Wer in den höheren Welten Bescheid weiß, der weiß, daß die Wahrnehmungen in den höheren Welten etwas ganz anderes sind als in der physischen Welt. Eines aber gibt es, was in den drei Welten, der physischen, astralischen und devachanischen Welt, dasselbe Element bleibt: das ist das logische Denken. Dieser sichere Führer bewahrt uns vor allem Irrlichtelieren. Ohne ihn lernen wir niemals Illusion von Wirklichkeit unterscheiden und gelangen dahin, jede Illusion für astralische Wirklichkeit zu halten. Hier in der physischen Welt ist es leicht, Täuschungen von Wirklichkeiten zu unterscheiden. Denn die äußeren Tatsachen korrigieren uns. Wenn Sie zum Beispiel durch eine falsche Straße gegangen sind, kommen Sie nicht an den rechten Platz. In den höheren Welten müssen wir selbst durch eigene Geisteskraft den richtigen Weg finden, sonst kommen wir da in immer schwierigere Labyrinthe hinein, wenn wir nicht erst gelernt haben, Illusion von Wirklichkeit zu unterscheiden. Durch die Schulung im rosenkreuzerischen Sinne können wir dies lernen.

[ 28 ] Das zweite ist bei der rosenkreuzerischen Schulung das imaginative Erkennen, das Erkennen in Bildern. Dieses ist die erste Stufe des Erhebens aus der physischen Welt in eine geistige Welt. Goethe hat in den letzten Worten des zweiten Teiles seines «Faust» dafür das Leitmotiv gegeben, wenn er sagt: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.» Wenn wir anfangen, alles, was uns umgibt, als geistige Bilder anzusehen, dann streben wir hinauf in die Welt der Imagination.

[ 28 ] Das zweite ist bei der rosenkreuzerischen Schulung das imaginative Erkennen, das Erkennen in Bildern. Dieses ist die erste Stufe des Erhebens aus der physischen Welt in eine geistige Welt. Goethe hat in den letzten Worten des zweiten Teiles seines «Faust» dafür das Leitmotiv gegeben, wenn er sagt: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.» Wenn wir anfangen, alles, was uns umgibt, als geistige Bilder anzusehen, dann streben wir hinauf in die Welt der Imagination.

[ 29 ] In den Schulen der Rosenkreuzer und auch schon in früheren Schulen, da hat man das Entwickelungsprinzip durch die verschiedenen Reiche hindurch den Schülern klar zu machen versucht. Heute spricht man von Entwickelung beim materialistischen Denken; auch in der Theosophie spricht man davon, aber es ist etwas anderes, den Begriff der Entwickelung bis zum Bilde umzugestalten, ihn zur Imagination zu erheben. Gewöhnlich ist nur der Verstand mit dem Entwickelungsprinzip beschäftigt. Zur Imagination kommen wir in folgender Weise. Durch viele Wochen oder durch Monate hindurch wurde die Seele durch die Weisungen des Lehrers umgestaltet in folgender Weise. Am besten können wir dies in der Form eines Dialoges wiedergeben - der allerdings in dieser Weise nie stattgefunden hat. — Der Lehrer sagte erwa folgendes: Sieh dir einmal die Pflanze an, wie sie mit ihren Blättern und Blüten zur Sonne hinaufstrebt und die Wurzel in den Boden senkt, dem Mittelpunkt der Erde zustrebend. Vergleichst du sie mit dem Menschen, so ist es verkehrt, die Blüte mit seinem Kopf, die Wurzel mit seinen Fortpflanzungsorganen zu vergleichen. Darwin hat den Vergleich richtig gemacht. Er hat darauf hingewiesen, daß die Wurzel der Pflanze dem Kopf des Menschen entspricht. Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze. Der Wurzel, die die Pflanze in den Boden senkt, entspricht der Kopf des Menschen. Das aber, was die Pflanze keusch der Sonne entgegenhält, die Blüte und die Befruchtungsorgane, das wendet der Mensch der Erde zu. Wendet man die Pflanze ganz um, so hat man den Menschen, wendet man sie halb um, so hat man das Tier, das ein horizontales Rückgrat hat.

[ 29 ] In den Schulen der Rosenkreuzer und auch schon in früheren Schulen, da hat man das Entwickelungsprinzip durch die verschiedenen Reiche hindurch den Schülern klar zu machen versucht. Heute spricht man von Entwickelung beim materialistischen Denken; auch in der Theosophie spricht man davon, aber es ist etwas anderes, den Begriff der Entwickelung bis zum Bilde umzugestalten, ihn zur Imagination zu erheben. Gewöhnlich ist nur der Verstand mit dem Entwickelungsprinzip beschäftigt. Zur Imagination kommen wir in folgender Weise. Durch viele Wochen oder durch Monate hindurch wurde die Seele durch die Weisungen des Lehrers umgestaltet in folgender Weise. Am besten können wir dies in der Form eines Dialoges wiedergeben - der allerdings in dieser Weise nie stattgefunden hat. — Der Lehrer sagte erwa folgendes: Sieh dir einmal die Pflanze an, wie sie mit ihren Blättern und Blüten zur Sonne hinaufstrebt und die Wurzel in den Boden senkt, dem Mittelpunkt der Erde zustrebend. Vergleichst du sie mit dem Menschen, so ist es verkehrt, die Blüte mit seinem Kopf, die Wurzel mit seinen Fortpflanzungsorganen zu vergleichen. Darwin hat den Vergleich richtig gemacht. Er hat darauf hingewiesen, daß die Wurzel der Pflanze dem Kopf des Menschen entspricht. Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze. Der Wurzel, die die Pflanze in den Boden senkt, entspricht der Kopf des Menschen. Das aber, was die Pflanze keusch der Sonne entgegenhält, die Blüte und die Befruchtungsorgane, das wendet der Mensch der Erde zu. Wendet man die Pflanze ganz um, so hat man den Menschen, wendet man sie halb um, so hat man das Tier, das ein horizontales Rückgrat hat.

[ 30 ] Wenn wir uns diese Dinge imaginativ vorstellen, so wird nicht nur unser Gedanke, sondern auch unsere Empfindung und unser Gefühl tief hineingeführt in die uns umgebende Welt. Wir lernen erkennen das innere Verhältnis zwischen Pflanze und Mensch. Wir erkennen die reine, keusche Pflanzennatur, die noch nicht durchzogen ist von Begierden und Leidenschaften, und die Natur des Menschen, bei dem sich die keusche Pflanzensubstanz verwandelt hat in das von Begierden und Leidenschaften durchzogene Fleisch. Aber hierdurch kommt zugleich ein Höheres in sein Wesen, dadurch hat er sich errungen das helle Tagesbewußtsein. Die Pflanze schläft, aber der Mensch hat sich sein helles Tagesbewußtsein errungen dadurch, daß er verkörpert ist im Fleische, das von Begierden, Leidenschaften, Instinkten durchdrungen ist. Dazu mußte er die volle Drehung vollziehen. Das Tier steht mitten darinnen. Es hat wohl Begierden und Leidenschaften, aber noch nicht das klare Tagesbewußtsein errungen.

[ 30 ] Wenn wir uns diese Dinge imaginativ vorstellen, so wird nicht nur unser Gedanke, sondern auch unsere Empfindung und unser Gefühl tief hineingeführt in die uns umgebende Welt. Wir lernen erkennen das innere Verhältnis zwischen Pflanze und Mensch. Wir erkennen die reine, keusche Pflanzennatur, die noch nicht durchzogen ist von Begierden und Leidenschaften, und die Natur des Menschen, bei dem sich die keusche Pflanzensubstanz verwandelt hat in das von Begierden und Leidenschaften durchzogene Fleisch. Aber hierdurch kommt zugleich ein Höheres in sein Wesen, dadurch hat er sich errungen das helle Tagesbewußtsein. Die Pflanze schläft, aber der Mensch hat sich sein helles Tagesbewußtsein errungen dadurch, daß er verkörpert ist im Fleische, das von Begierden, Leidenschaften, Instinkten durchdrungen ist. Dazu mußte er die volle Drehung vollziehen. Das Tier steht mitten darinnen. Es hat wohl Begierden und Leidenschaften, aber noch nicht das klare Tagesbewußtsein errungen.

[ 31 ] Der Lehrer sagte zu dem Schüler: Wenn du dieses fühlst, so verstehst du den Ausspruch des Plato: Die Weltenseele ist am Weltenleibe gekreuzigt. — Pflanze, Tier, Mensch, das ist die wirkliche tiefinnerste Bedeutung des Kreuzeszeichens. Was als allgemeine Seelenhaftigkeit, als Weltseele durch die Reiche der Natur geht, das erscheint als Symbol im Kreuze. Das wurde in den Geheimschulen gelehrt als die tiefste Bedeutung des Kreuzes.

[ 31 ] Der Lehrer sagte zu dem Schüler: Wenn du dieses fühlst, so verstehst du den Ausspruch des Plato: Die Weltenseele ist am Weltenleibe gekreuzigt. — Pflanze, Tier, Mensch, das ist die wirkliche tiefinnerste Bedeutung des Kreuzeszeichens. Was als allgemeine Seelenhaftigkeit, als Weltseele durch die Reiche der Natur geht, das erscheint als Symbol im Kreuze. Das wurde in den Geheimschulen gelehrt als die tiefste Bedeutung des Kreuzes.

[ 32 ] Dann sagte der Lehrer zum Schüler: Schau wie die Pflanze ihren Blütenkelch keusch der Sonne entgegenhält, wie der Sonnenstrahl die Blüte der Pflanze küßt. Dies nannte man den keuschen Kuß des Sonnenstrahles, der heiligen Liebeslanze. Im keuschen Kuß des Sonnenstrahles, der heiligen Liebeslanze, der sich der Kelch der Pflanze öffnet, wird hingewiesen auf das Zukunftsideal, wo der Mensch seine Organe wieder hinaufentwickeln wird zur Keuschheit der Pflanze. Jetzt ist der Mensch hinaufentwickelt bis zu der Stufe, wo er von Begierden durchzogen ist. Weiter wird sich der Mensch entwickeln bis zu jener Stufe, wo er seine Begierden umgewandelt hat, wo er wieder geküßt werden wird von dem geistigen Sonnenstrahl, wo er wiederum seinesgleichen auf höherer Stufe hervorbringen wird, wo die Reproduktionskraft vergeistigt sein wird. Das nannte man in den Geheimschulen den Heiligen Gral. Das ist das reale Ideal des Heiligen Gral: ein Organ, das der Mensch haben wird, wenn seine Reproduktionskraft vergeistigt sein wird. Wir sehen in der Vergangenheit die keusche Pflanzennatur, in der Gegenwart den von Begierde durchzogenen Menschen, und in der Zukunft den Menschen mit dem gereinigten Leibe, wie er im Heiligen Gralskelch, als höhere Entwickelungsstufe des Pflanzenkelchs, den geistigen Sonnenstrahl empfängt.

[ 32 ] Dann sagte der Lehrer zum Schüler: Schau wie die Pflanze ihren Blütenkelch keusch der Sonne entgegenhält, wie der Sonnenstrahl die Blüte der Pflanze küßt. Dies nannte man den keuschen Kuß des Sonnenstrahles, der heiligen Liebeslanze. Im keuschen Kuß des Sonnenstrahles, der heiligen Liebeslanze, der sich der Kelch der Pflanze öffnet, wird hingewiesen auf das Zukunftsideal, wo der Mensch seine Organe wieder hinaufentwickeln wird zur Keuschheit der Pflanze. Jetzt ist der Mensch hinaufentwickelt bis zu der Stufe, wo er von Begierden durchzogen ist. Weiter wird sich der Mensch entwickeln bis zu jener Stufe, wo er seine Begierden umgewandelt hat, wo er wieder geküßt werden wird von dem geistigen Sonnenstrahl, wo er wiederum seinesgleichen auf höherer Stufe hervorbringen wird, wo die Reproduktionskraft vergeistigt sein wird. Das nannte man in den Geheimschulen den Heiligen Gral. Das ist das reale Ideal des Heiligen Gral: ein Organ, das der Mensch haben wird, wenn seine Reproduktionskraft vergeistigt sein wird. Wir sehen in der Vergangenheit die keusche Pflanzennatur, in der Gegenwart den von Begierde durchzogenen Menschen, und in der Zukunft den Menschen mit dem gereinigten Leibe, wie er im Heiligen Gralskelch, als höhere Entwickelungsstufe des Pflanzenkelchs, den geistigen Sonnenstrahl empfängt.

[ 33 ] Das ist nicht abstraktes Denken, sondern ein Zustand, wo wir jede Stufe der Entwickelung fühlen, nicht bloß denken. Wenn wir in dieser Art fühlen, was sich entwickelt, dann erheben wir uns allmählich so, daß wir durch die Bilder zur imaginativen Erkenntnis kommen. Das Bild des Heiligen Grals steht vor uns, wenn wir diese Bilder loslösen von der sinnlichen Erscheinung und empfangen das Bild von jener höheren Welt.

[ 33 ] Das ist nicht abstraktes Denken, sondern ein Zustand, wo wir jede Stufe der Entwickelung fühlen, nicht bloß denken. Wenn wir in dieser Art fühlen, was sich entwickelt, dann erheben wir uns allmählich so, daß wir durch die Bilder zur imaginativen Erkenntnis kommen. Das Bild des Heiligen Grals steht vor uns, wenn wir diese Bilder loslösen von der sinnlichen Erscheinung und empfangen das Bild von jener höheren Welt.

[ 34 ] Wenn wir derartige Bilder, die uns bestimmte Vorgänge der geistigen Welt darstellen und in den Geheimschulen festgestellt wurden, auf uns wirken lassen, so sagen wir, wir lassen die okkulte Schrift auf uns wirken. Das ist das dritte der rosenkreuzerischen Schulung.

[ 34 ] Wenn wir derartige Bilder, die uns bestimmte Vorgänge der geistigen Welt darstellen und in den Geheimschulen festgestellt wurden, auf uns wirken lassen, so sagen wir, wir lassen die okkulte Schrift auf uns wirken. Das ist das dritte der rosenkreuzerischen Schulung.

[ 35 ] Solche Bilder haben wir in den Siegeln und Säulen, wie sie in München beim Kongreß vom Anfang und Ende der Menschheitsentwickelung dargestellt wurden und in der Apokalypse. Der Mensch war früher auf einer Erde, welche glutflüssig war. Er ist erst allmählich durch viele Verkörperungen hindurch zu seinem heutigen Körper gekommen, und er wird sich noch durch viele Inkarnationen hindurch weiter entwickeln. Vor allem wird eine Umgestaltung des Kehlkopfes und des Herzens vor sich gehen. Das werden in Zukunft die Reproduktionsorgane sein. Heute verkörpern sich die Gedanken, Gefühle und Empfindungen nur in Worten, die die Regungen meiner Seele in diesem Raum durch Schwingungen zu Ihrem Ohr gelangen lassen und in Ihren Seelen ähnliche Gedanken und Empfindungen wecken. Später wird der Mensch Wärme und zuletzt Licht schaffen, so wie er jetzt seine Gedanken in Worten der Luft mitteilt. So wie der Mensch in der Vergangenheit heruntergestiegen ist aus einer Licht- und Wärmesphäre, so wird er in Zukunft selbst Wärme und Licht schaffen.

[ 35 ] Solche Bilder haben wir in den Siegeln und Säulen, wie sie in München beim Kongreß vom Anfang und Ende der Menschheitsentwickelung dargestellt wurden und in der Apokalypse. Der Mensch war früher auf einer Erde, welche glutflüssig war. Er ist erst allmählich durch viele Verkörperungen hindurch zu seinem heutigen Körper gekommen, und er wird sich noch durch viele Inkarnationen hindurch weiter entwickeln. Vor allem wird eine Umgestaltung des Kehlkopfes und des Herzens vor sich gehen. Das werden in Zukunft die Reproduktionsorgane sein. Heute verkörpern sich die Gedanken, Gefühle und Empfindungen nur in Worten, die die Regungen meiner Seele in diesem Raum durch Schwingungen zu Ihrem Ohr gelangen lassen und in Ihren Seelen ähnliche Gedanken und Empfindungen wecken. Später wird der Mensch Wärme und zuletzt Licht schaffen, so wie er jetzt seine Gedanken in Worten der Luft mitteilt. So wie der Mensch in der Vergangenheit heruntergestiegen ist aus einer Licht- und Wärmesphäre, so wird er in Zukunft selbst Wärme und Licht schaffen.

[ 36 ] Auf dem ersten apokalyptischen Siegel ist dies dargestellt. Der Anfangszustand der Menschheit, als die Erde noch in einem Zustande der Glutflüssigkeit war, ist dargestellt dadurch, daß die Füße des Menschen auf dem Bild in einem feurigen Metallfluß sind, der Zukunftszustand ist dargestellt durch das feurige Schwert, welches aus dem Munde des Menschen hervorgeht. Ein solches Bild wirkt nicht bloß auf die Imagination, sondern auch auf den Willen des Menschen, wenn wir in dieser Weise den großen Kräften der Natur zuschauen. Denn dieselbe Kraft, die als Urkraft im Willen des Menschen lebt, lebt auch in der ganzen äußeren Welt. Lernen wir unseren Willen schulen, dann lebt in uns Weltenwille, dann wird unser Wille eins werden mit dem Willen, der die Natur durchströmt. Das lernt der Mensch durch die selbstlose Hingabe an die okkulten Schriftzeichen.

[ 36 ] Auf dem ersten apokalyptischen Siegel ist dies dargestellt. Der Anfangszustand der Menschheit, als die Erde noch in einem Zustande der Glutflüssigkeit war, ist dargestellt dadurch, daß die Füße des Menschen auf dem Bild in einem feurigen Metallfluß sind, der Zukunftszustand ist dargestellt durch das feurige Schwert, welches aus dem Munde des Menschen hervorgeht. Ein solches Bild wirkt nicht bloß auf die Imagination, sondern auch auf den Willen des Menschen, wenn wir in dieser Weise den großen Kräften der Natur zuschauen. Denn dieselbe Kraft, die als Urkraft im Willen des Menschen lebt, lebt auch in der ganzen äußeren Welt. Lernen wir unseren Willen schulen, dann lebt in uns Weltenwille, dann wird unser Wille eins werden mit dem Willen, der die Natur durchströmt. Das lernt der Mensch durch die selbstlose Hingabe an die okkulten Schriftzeichen.

[ 37 ] Das vierte der rosenkreuzerischen Schulung ist die Bereitung des Steines der Weisen. Dies ist ein hohes geheimgehaltenes Mysterium. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde etwas davon verraten. Es fand sich zum Beispiel eine Bemerkung in einer Mitteldeutschen Zeitung von einem Menschen, der etwas davon läuten gehört hatte. Es hieß dort: Der Stein der Weisen existiert wirklich, und es gibt nur wenige Menschen, die ihn nicht kennen. Viele haben ihn schon in der Hand gehabt, nur wissen sie nicht, daß es der Stein der Weisen ist. -— Die Definition war in den Wortlauten richtig, nur muß man sie verstehen. Es handelt sich nicht um eine bloße Allegorie. Der Rosenkreuzer arbeitet an der Wirklichkeit, so daß er bis in die Physiologie hineingeht. Er arbeitet an der wirklichen Umgestaltung der Erde und des Menschen, bis tief in den physischen Leib hinein, nicht nur an dem, was man im gewöhnlichen Sinn als moralische Erhebung, Veredlung der Sitte und so weiter kennt.

[ 37 ] Das vierte der rosenkreuzerischen Schulung ist die Bereitung des Steines der Weisen. Dies ist ein hohes geheimgehaltenes Mysterium. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde etwas davon verraten. Es fand sich zum Beispiel eine Bemerkung in einer Mitteldeutschen Zeitung von einem Menschen, der etwas davon läuten gehört hatte. Es hieß dort: Der Stein der Weisen existiert wirklich, und es gibt nur wenige Menschen, die ihn nicht kennen. Viele haben ihn schon in der Hand gehabt, nur wissen sie nicht, daß es der Stein der Weisen ist. -— Die Definition war in den Wortlauten richtig, nur muß man sie verstehen. Es handelt sich nicht um eine bloße Allegorie. Der Rosenkreuzer arbeitet an der Wirklichkeit, so daß er bis in die Physiologie hineingeht. Er arbeitet an der wirklichen Umgestaltung der Erde und des Menschen, bis tief in den physischen Leib hinein, nicht nur an dem, was man im gewöhnlichen Sinn als moralische Erhebung, Veredlung der Sitte und so weiter kennt.

[ 38 ] Gehen wir von der menschlichen Atmung aus. Die Regulierung des Atmungsprozesses bildet einen wichtigen Teil der okkulten Entwickelung. Die Menschen atmen ein, brauchen den Sauerstoff, der sich im Menschen mit dem Kohlenstoff vermischt, und dann atmet der Mensch Kohlensäure aus. Wenn das allein immer so fortgesetzt würde, dann würde die Atmosphäre der Erde nach und nach mit Kohlensäure angefüllt werden und das würde den Untergang der Menschheit herbeiführen. Das Menschendasein setzt voraus das Dasein der Pflanzen. Die Pflanze nimmt die Kohlensäure auf, behält den Kohlenstoff zurück und gibt den Sauerstoff wieder ab. So findet ein fortwährender Kreislauf statt zwischen Menschen und Pflanzen. So gehören Menschen, Tiere und Pflanzen zusammen, eines ist ohne das andere nicht möglich.

[ 38 ] Gehen wir von der menschlichen Atmung aus. Die Regulierung des Atmungsprozesses bildet einen wichtigen Teil der okkulten Entwickelung. Die Menschen atmen ein, brauchen den Sauerstoff, der sich im Menschen mit dem Kohlenstoff vermischt, und dann atmet der Mensch Kohlensäure aus. Wenn das allein immer so fortgesetzt würde, dann würde die Atmosphäre der Erde nach und nach mit Kohlensäure angefüllt werden und das würde den Untergang der Menschheit herbeiführen. Das Menschendasein setzt voraus das Dasein der Pflanzen. Die Pflanze nimmt die Kohlensäure auf, behält den Kohlenstoff zurück und gibt den Sauerstoff wieder ab. So findet ein fortwährender Kreislauf statt zwischen Menschen und Pflanzen. So gehören Menschen, Tiere und Pflanzen zusammen, eines ist ohne das andere nicht möglich.

[ 39 ] Nun ist in dem menschlichen Körper die Entwickelung so: Das, was heute die Pflanze für ihn tun muß, nämlich die Kohle herstellen - in der Steinkohle sind noch die Pflanzenleichen zu erkennen —, das wird später, wie uns der Okkultismus zeigen kann, durch die weitere Entwickelung vom Menschen durch seine später umgewandelten Herz- und Atmungsorgane selbst geleistet werden. Ein Weg dazu, wie der Mensch diesen Pflanzenprozeß aufnimmt und mit Bewußtsein selbst vollzieht, ist die Rhythmisierung des Atmungsprozesses, so daß er nicht die Kohlensäure an die Pflanze abgibt, sondern in seinem Körper selbst den Kohlenstoff aufbaut. In sich selbst lernt der Mensch seinen Leib aufbauen.

[ 39 ] Nun ist in dem menschlichen Körper die Entwickelung so: Das, was heute die Pflanze für ihn tun muß, nämlich die Kohle herstellen - in der Steinkohle sind noch die Pflanzenleichen zu erkennen —, das wird später, wie uns der Okkultismus zeigen kann, durch die weitere Entwickelung vom Menschen durch seine später umgewandelten Herz- und Atmungsorgane selbst geleistet werden. Ein Weg dazu, wie der Mensch diesen Pflanzenprozeß aufnimmt und mit Bewußtsein selbst vollzieht, ist die Rhythmisierung des Atmungsprozesses, so daß er nicht die Kohlensäure an die Pflanze abgibt, sondern in seinem Körper selbst den Kohlenstoff aufbaut. In sich selbst lernt der Mensch seinen Leib aufbauen.

[ 40 ] Wenn wir dies vergleichen mit dem, was uns über den Heiligen Gral gesagt ist, so haben wir ihn jetzt konkret vor uns. Durch die Rhythmisierung des Atmungsprozesses lernt der Mensch, den Kohlenstoff, der in der Natur als Graphit und Diamant vorkommt, als die keusche Pflanzennatur in sich selbst zu erzeugen. Den Kohlenstoff, die reine, keusche Substanz in sich selbst zu erzeugen, das nennt man die Bereitung des Steines der Weisen. Man hat sich ihn vorzustellen ähnlich wie einen durchsichtigen Diamanten, aber in weicherer Substanz. Der Mensch ist ein gewaltiger innerer Apparat, er lernt durch die okkulte Schulung, daß er an der Entwickelung seines eigenen Geschlechts zu einer höheren Form arbeitet. Es bemerkte, als er davon hörte, ein materialistisch Gesinnter, höchst charakteristisch, das wäre eine schöne Sache, daraus ließe sich vielleicht ein vorteilhafter Industriezweig machen. Keineswegs. Gerade diese Äußerung zeigt, wie nötig es ist, solche Mitteilungen geheim zu halten, denn erst wenn die Menschen auf einer solchen moralischen und intellektuellen Stufe angelangt sein werden, daß sie nicht mehr egoistisch denken können, dann können ihnen solche Geheimnisse mitgeteilt werden.

[ 40 ] Wenn wir dies vergleichen mit dem, was uns über den Heiligen Gral gesagt ist, so haben wir ihn jetzt konkret vor uns. Durch die Rhythmisierung des Atmungsprozesses lernt der Mensch, den Kohlenstoff, der in der Natur als Graphit und Diamant vorkommt, als die keusche Pflanzennatur in sich selbst zu erzeugen. Den Kohlenstoff, die reine, keusche Substanz in sich selbst zu erzeugen, das nennt man die Bereitung des Steines der Weisen. Man hat sich ihn vorzustellen ähnlich wie einen durchsichtigen Diamanten, aber in weicherer Substanz. Der Mensch ist ein gewaltiger innerer Apparat, er lernt durch die okkulte Schulung, daß er an der Entwickelung seines eigenen Geschlechts zu einer höheren Form arbeitet. Es bemerkte, als er davon hörte, ein materialistisch Gesinnter, höchst charakteristisch, das wäre eine schöne Sache, daraus ließe sich vielleicht ein vorteilhafter Industriezweig machen. Keineswegs. Gerade diese Äußerung zeigt, wie nötig es ist, solche Mitteilungen geheim zu halten, denn erst wenn die Menschen auf einer solchen moralischen und intellektuellen Stufe angelangt sein werden, daß sie nicht mehr egoistisch denken können, dann können ihnen solche Geheimnisse mitgeteilt werden.

[ 41 ] Das fünfte ist die Entsprechung von Mikrokosmos und Makrokosmos. Für alles, was draußen in der Welt geschieht, gibt es im Menschen einen Prozeß, der dies in ihm im kleinen wiederholt. Er muß sich nur besinnen auf das, was in ihm vorgeht, dann kann er intuitiv kommen auf die Vorgänge im äußeren Kosmos. So lernt der Mensch zum Beispiel durch eine bestimmte Meditation und Konzentration auf das Innere des Auges die Sonne ihrem inneren Wesen nach erkennen, denn das Auge ist ein Extrakt aus dem Wesen der Sonne. Goethe sagt einmal: Das Auge ist am Licht für das Licht gebildet. Das Licht hat das Auge geschaffen. Ohne Sonne kein Auge. - Alles, was als Wesen in der Sonne ist, findet sich in gewisser Weise im Auge wieder. Durch Konzentration auf das Wesen des Auges das Licht der Sonne erkennen, das ist rosenkreuzerische Schulung. Man kann so vom Innern des Menschen aus die ganze Welt kennenlernen. Durch Konzentration auf die Leber zum Beispiel lernt der Mensch ganz bestimmte schaffende Naturkräfte kennen, bis hinein zum Schaffen des Menschen. So lernt der Mensch die ganze Welt durch sich selbst erkennen, denn er ist eine kleine Welt. Da lernt er, wie sich real entsprechen der Mikrokosmos und der Makrokosmos.

[ 41 ] Das fünfte ist die Entsprechung von Mikrokosmos und Makrokosmos. Für alles, was draußen in der Welt geschieht, gibt es im Menschen einen Prozeß, der dies in ihm im kleinen wiederholt. Er muß sich nur besinnen auf das, was in ihm vorgeht, dann kann er intuitiv kommen auf die Vorgänge im äußeren Kosmos. So lernt der Mensch zum Beispiel durch eine bestimmte Meditation und Konzentration auf das Innere des Auges die Sonne ihrem inneren Wesen nach erkennen, denn das Auge ist ein Extrakt aus dem Wesen der Sonne. Goethe sagt einmal: Das Auge ist am Licht für das Licht gebildet. Das Licht hat das Auge geschaffen. Ohne Sonne kein Auge. - Alles, was als Wesen in der Sonne ist, findet sich in gewisser Weise im Auge wieder. Durch Konzentration auf das Wesen des Auges das Licht der Sonne erkennen, das ist rosenkreuzerische Schulung. Man kann so vom Innern des Menschen aus die ganze Welt kennenlernen. Durch Konzentration auf die Leber zum Beispiel lernt der Mensch ganz bestimmte schaffende Naturkräfte kennen, bis hinein zum Schaffen des Menschen. So lernt der Mensch die ganze Welt durch sich selbst erkennen, denn er ist eine kleine Welt. Da lernt er, wie sich real entsprechen der Mikrokosmos und der Makrokosmos.

[ 42 ] Eine bestimmte Konzentration auf das menschliche Herz gibt ihm Kenntnis der Löwennatur draußen. Das ist hier nicht nur eine Phrase. Der Mensch muß im einzelnen den Weg finden lernen in das große Universum, dann kommt von selbst das Sich-eins-Empfinden und Sich-eins-Fühlen mit dem ganzen Kosmos. Wenn der Mensch lernt, voll aus jedem Gliede seines Leibes - auch des Ätherund Astralleibes — heraus den Weg zu gehen zum großen Universum mit Geduld im Schreiten von Schritt zu Schritt, so erweitert er seinen Organismus zu einem Organismus, der den ganzen Raum umfaßt. Er ist dann in allen Wesen darinnen. Er kann dann erleben jene Empfindung, welche man die Gottseligkeit nennt.

[ 42 ] Eine bestimmte Konzentration auf das menschliche Herz gibt ihm Kenntnis der Löwennatur draußen. Das ist hier nicht nur eine Phrase. Der Mensch muß im einzelnen den Weg finden lernen in das große Universum, dann kommt von selbst das Sich-eins-Empfinden und Sich-eins-Fühlen mit dem ganzen Kosmos. Wenn der Mensch lernt, voll aus jedem Gliede seines Leibes - auch des Ätherund Astralleibes — heraus den Weg zu gehen zum großen Universum mit Geduld im Schreiten von Schritt zu Schritt, so erweitert er seinen Organismus zu einem Organismus, der den ganzen Raum umfaßt. Er ist dann in allen Wesen darinnen. Er kann dann erleben jene Empfindung, welche man die Gottseligkeit nennt.

[ 43 ] Es kommt darauf an, daß der Mensch loskommt von sich selber, damit er den Weg findet zu den schaffenden Gewalten. Je mehr er aus sich selbst herauskommt, desto mehr kommt er in die höheren

[ 43 ] Es kommt darauf an, daß der Mensch loskommt von sich selber, damit er den Weg findet zu den schaffenden Gewalten. Je mehr er aus sich selbst herauskommt, desto mehr kommt er in die höheren

[ 44 ] Welten hinauf. In dem Gedicht «Die Geheimnisse» hat Goethe beschrieben, wie ein Mensch wandert zu einem geheimnisvollen Tempel, um zusammenzukommen mit verschiedenen Menschen, durch die zusammenströmen die verschiedenen Denkrichtungen. Goethe setzt das Kreuz mit Rosen umwunden an die Eingangspforte des Tempels. «Wer hat dem Kreuz die Rosen zugesellt?» heißt es in dem Gedicht. Das sagt nur der, der weiß, daß ausgedrückt wird in dem von Rosen umwundenen Kreuze eine Entwickelung zu einem höheren Menschheitszustand. Er hat das auch ausgesprochen in den Worten:

[ 44 ] Welten hinauf. In dem Gedicht «Die Geheimnisse» hat Goethe beschrieben, wie ein Mensch wandert zu einem geheimnisvollen Tempel, um zusammenzukommen mit verschiedenen Menschen, durch die zusammenströmen die verschiedenen Denkrichtungen. Goethe setzt das Kreuz mit Rosen umwunden an die Eingangspforte des Tempels. «Wer hat dem Kreuz die Rosen zugesellt?» heißt es in dem Gedicht. Das sagt nur der, der weiß, daß ausgedrückt wird in dem von Rosen umwundenen Kreuze eine Entwickelung zu einem höheren Menschheitszustand. Er hat das auch ausgesprochen in den Worten:

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

[ 45 ] Der Mensch muß sich immer mehr dem Zustande nähern, wo er aus dem absterbenden Teil innerlich neu erstehen wird. Wie beim Baum äußerlich die Rinde abstirbt und er innerlich neue Keime entwickelt, so muß auch der Mensch dadurch, daß er sich äußerlich mit dem Tode umgibt, innerlich neu erstehen. Darum wurden in früheren Zeiten die Eingeweihten mit der Eiche verglichen und Druiden genannt. Dieses «Stirb und Werde» bedeutet, daß der Mensch im Innern immer frisches Leben ansetzt. Das Sterbende wird ihm zum Erhalter des neuen Lebens. Deshalb heißt es:

[ 45 ] Der Mensch muß sich immer mehr dem Zustande nähern, wo er aus dem absterbenden Teil innerlich neu erstehen wird. Wie beim Baum äußerlich die Rinde abstirbt und er innerlich neue Keime entwickelt, so muß auch der Mensch dadurch, daß er sich äußerlich mit dem Tode umgibt, innerlich neu erstehen. Darum wurden in früheren Zeiten die Eingeweihten mit der Eiche verglichen und Druiden genannt. Dieses «Stirb und Werde» bedeutet, daß der Mensch im Innern immer frisches Leben ansetzt. Das Sterbende wird ihm zum Erhalter des neuen Lebens. Deshalb heißt es:

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet,
Befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet,
Befreit der Mensch sich, der sich überwindet.

[ 46 ] Das heißt: das gewöhnliche Leben überwinden, es zur Schale machen, damit im Innern die sprossenden Keime eines höheren Lebens zur Entwickelung kommen können.

[ 46 ] Das heißt: das gewöhnliche Leben überwinden, es zur Schale machen, damit im Innern die sprossenden Keime eines höheren Lebens zur Entwickelung kommen können.